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Ü B E R S I C H T    
Markus Vahlefeld Erstellt am: 02.11.2006 : 13:34:18 Uhr
Liebes Forum,

da wir ja einige Fachleute hier haben, würde mich von deren Seite mal interessieren, was die Vor- und Nachteile von künstlicher Bewässerung sind.

Ich bin darauf gestossen, weil es einige IMHO recht oberflächliche und dogmatische Pamphlete/Chartas/Manifeste zu natürlichem Wein (verdammt! was soll das sein?) - besser: handwerklichem Wein - gibt, in dem auch die künstliche Bewässerung kritisch gesehen wird.

Wie kritisch ist sie in Wahrheit? Wir sollen vielleicht, um das Theman einzugrenzen, nicht von der "Giesskannenbewässerung" sprechen, sondern ausschliesschlich von der Tröpfchenbewässerung...

Viele Grüsse

D I E    10   L E T Z T E N    A N T W O R T E N    (Neue zuerst)
oenos Erstellt am: 19.03.2007 : 08:44:28 Uhr
Hallo,

wer sich etwas tiefer über das Thema Bewässerung informieren möchte:

www.weinbau.rlp.de > Weinbau > DÜngung-Bodenpflege > Tropfbewässerung > Dokument: Bodenkundliche ... Grundlagen der Bewässerung

Beitrag enthält eine Kurz- udn eine bebilderte Langfassung

Edgar
Dickmaulrüssler Erstellt am: 04.11.2006 : 12:18:33 Uhr
Markus,
Bewässerung ist zuallererst in Steillagen bei leichten Böden notwendig. Hier haben auch ältere Stäcke mit tiefergehenden Wurzeln oftmals Trockenstreß.
Bernhard hat es ja sehr ausführlich erklärt und meine Ausführungen bestätigt, ohne direkt darauf einzugehen.

Ein weiteres Argument sind oft rebflurbereinigte Hanglagen, die sehr oft mehr gleichmäßig zugeführtes Wasser brauchen. Ich kenne Weinberge in Deutschland, die trotz gutem Bodenmanagement (Erhaltung der Schwammstruktur, Bodenbearbeitung, Düngung nach Bodenanalyse, Optimierung mit Naturmist u. a.) die Bodenfeuchte für eine durchgehende Begrünung ohne Bewässerung nicht ausreicht, so daß jede zweite Zeile unbegrünt bleiben muß und der Erosion Vorschub geleistet wird). Es ist wirklich nicht über einen Kamm zu scheren.
Hier haben wir neben den sehr unterschiedlichen Klimabedingungen zu Bernhards Weinbergen andere Bedürfnisse. Wir haben vor allen auch einen Niedrigpreismarkt zu bedienen. Im globalen Vergleich werden diese Flächen im Gegensatz zu den heimischen Flächen fast ausschließlich bewässert. Wirtschaftliche Bedingungen müssen eben auch mit einbezogen werden.
Bernhard hat es sehr schön beschrieben.
Jeder Erzeuger muß nach seinen eigenen Bedürfnissen handeln.
Grundsätzlich kann man die Tröpfchenbewässerung in Trockenzeiten zur Qualitätserhöhung heranziehen. Sie muß sehr sparsam und sinnvoll eingesetzt werden. Alles andere verschlechtert die Qualität.

Freundliche Grüße
Jürgen
Grenzhof-Fiedler Erstellt am: 04.11.2006 : 09:53:06 Uhr
Hallo Markus!

Betriebsgeheimnis Nr. 1:

Wir verkaufen unsere Weine nicht teuer genug, um eine Bewässerung wirtschaftlich vertretbar erscheinen zu lassen.

Die teurere Hälfte unserer Weine, die Roten, kommen mit leichtem Trockenstreß gut zurecht. Und die Weißen, bei denen Bewässerung eher Sinn macht, sind die billigere Hälfte unseres Sortiments.

Das alles kann (und wird) sich vielleicht irgendwann ändern.

(Nebenbemerkung: Die Erntemenge ist kein Entscheidungsfaktor. Auch in trockenen Jahren sind unsere Erträge nicht unwirtschaftlich gering.)

Betriebsgeheimnis Nr. 2:

Der Qualitätsunterschied zwischen guten Jahrgängen und solchen mit (zu) trockenen Sommern ist für mich nicht groß genug, um eine Bewässerung sinnvoll erscheinen zu lassen.

Das hat viel mit unseren zwar leichten, aber nicht extrem leichten oder steinigen Böden zu tun. Und mit dem guten Humusgehalt dank teilweiser Begrünung. Vielleicht auch mit der Nährstoffversorgung. Und wahrscheinlich mit vielen anderen Details. In Trockenjahren wirken unsere Reben immer weit agiler, das Laub dünkler und gesünder und die Reife weniger gebremst als die in den meisten Nachbarparzellen.

Die schlechtesten Jahrgänge sind bei uns nicht die trockenen, die meist brave Weiße und gute oder sehr gute Rote ergeben. (Die schwächsten Jahrgänge sind solche mit zu feuchtem Herbst.)

Auch das kann sich aber (muß aber nicht sein) ändern. Der Klimawandel läßt grüßen, oder auch nicht.

Betriebsgeheimnis Nr. 3:

Eine Bewässerung würde die Jahrgangsunterschiede zwangsläufig verringern, indem sie schwächere trockene Jahre "besser" und damit natürlich auch ähnlicher macht. Das entspricht nicht unbedingt meinem ganz persönlichen Verständnis vom Arbeiten als Winzer MIT der Natur.

Diese Einstellung (und die damit verbundenen deutlicheren jahrgangsbedingten Qualitätsschwankungen) kann ich mir (noch?) leisten, weil wir als Betrieb nicht so hoch oben positioniert sind, daß von uns jedes Jahr gleichbleibende Spitzenqualität gefordert wird.

Grüße

Bernhard
Markus Vahlefeld Erstellt am: 04.11.2006 : 08:19:26 Uhr
Hallo Bernhard,

herzlichen Dank für Dein sehr differenziertes und für mich nachvollziehbares statement. Du schreibst, dass Du Bewässerung (ohne doppelte Moppelung ) momentan nicht anstrebst. Warum nicht? Und wenn Du es momentan nicht anstrebst, unter welchen Bedingungen könntest Du es Dir vorstellen?

Antworte natürlich nur, wenn Du jetzt keine Betriebsgeheimnisse preisgibst

Viele Grüsse

Schönleiten Erstellt am: 03.11.2006 : 18:14:17 Uhr
Hallo Bernhard,

ich kann mich an meine Zeit an der Uni erinnern, als ich mich mit der Züchtung von Schimmelpilzen beschäftigt habe. Da haben die netten Organismen jedenfalls alles andere als das gemacht, was man sich aus dem Lehrbuch erwartet hätte. Manchmal habe ich schon gedacht, sie verhalten sich absichtlich so, um mich zu ärgern .
Nachdem Saccharomyces ja auch zu den Ascomyceten gehört, denke ich einmal, warum sollte es einem Winzer da anders gehen...

Auf jeden Fall ist es sehr aufschlussreich, deine ausführlichen Erklärungen zu lesen, die sich sehr wohltuend von dem genannten Winzer-smalltalk abheben. Jedenfalls habe ich noch keinen Winzer erlebt, der in der gesamten Materie derart sattelfest war (höchstens sie haben es sehr gut versteckt)...

Zitat:
Ist so. Und wenn einmal eine einfache Erklärung ausnahmsweise einmal stimmt, wird der Winzer dafür gerügt:

F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."


Na ja, da war die Rüge eigentlich nur auf das T-Unwort bezogen, das offenbar jeder nach Herzenslust interpretieren kann. Wenn das Statement lauten würde "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um optimale Qualitäten zu erzielen", dann gäbe es sogar für mich nichts mehr zu kritisieren ...

Grüße,
Gerald
Grenzhof-Fiedler Erstellt am: 03.11.2006 : 17:41:51 Uhr
@Gerald:

Wahrscheinlich kann uns Bernhard ja bestätigen, dass auch das komplette aktuelle Wissen über Weinbau alleine noch kein Garant für die Produktion guter Weine ist, man muss wohl oder übel ausprobieren und Erfahrungen sammeln, oder ? Einen Topwein produziert man nicht nach Lehrbuch, oder ? Also mehr Kunsthandwerk als Wissenschaft/Technik. Zumindest habe ich schon mit Winzern gesprochen, die offenbar recht wenig Ahnung von den chemischen bzw. mikrobiologischen Grundlagen haben, aber trotzdem beeindruckende Weine produzieren.

Kann er bestätigen. (Siehe deine VKN über meine Weine ).


Könnte es nicht sein, dass man da als Winzer ein bisschen "zwischen den Fronten" sitzt ? So dass man einerseits zeigt, wie man die Erkenntnisse aus Weinbau und Getränketechnologie zur Erzeugung toller Weine nützen kann. Andererseits sich auch letztendlich von zuviel Technik abzugrenzen, um sich mit "Naturwein" (oder wie auch immer das heißen mag) von der industriellen Getränkeproduktion abzuheben, die vielleicht früher oder später - wenn es nur um den reinen Geschmack geht - den Winzer und Weinberg überflüssig machen könnte ?

Sitzt man. Und wird dafür auch gelegentlich von beiden Seiten verbal abgewatscht.


Es scheint nur so zu sein, dass von Winzern einfache Erklärungen erwartet werden, auch wenn sie dann vielleicht nicht so ganz korrekt sind. Ein Weinjournalist kann komplexe Theorien der Agrarbiologie wohl kaum schreiben, selbst wenn der Winzer sich die Zeit nimmt, ihm alles ganz genau zu erklären. Und der gemeine Weinkonsument möchte es wohl schon gar nicht so genau wissen, meiner Meinung nach sind viele Gespräche zwischen Weinkäufern und Winzern reiner smalltalk, auch wenn es sich anders anhört.

Ist so. Und wenn einmal eine einfache Erklärung ausnahmsweise einmal stimmt, wird der Winzer dafür gerügt:

F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."

Grüße

Bernhard
Grenzhof-Fiedler Erstellt am: 03.11.2006 : 17:11:27 Uhr
@Peter:

Die Rebe muß sich abplagen, um das Beste zu liefern...das ist common sense und bedarf keiner wissenschaftlicher Beweise.

Soweit ich weiß, war es auch einmal common sense und bedurfte keiner wissenschaftlicher Beweise, daß die Sonne um die Erde kreist, oder?

Maßvoller Streß tut der Weinqualität sicher keinen Abbruch, aber ob er tatsächlich notwendig ist, darüber läßt sich streiten. Ich kenne auf jeden Fall mehr gute Weine von sich nicht plagenden Reben als von solchen, denen man Müh und Plag ansehen kann. Und ich denke ich kann die Streßsituation von Reben, wenn ich sie sehe etwas besser einschätzen als du. Wasserstreß kann man übrigens mittlerweile auch direkt in der Pflanze (und nicht wie bisher über eine Feuchtemessung im Boden) messen.

Es soll übrigens auch Jahrgänge geben (im Burgenland, in Bordeaux aber sicher auch sonstwo), die relativ hohe Menge mit Spitzenqualität verbinden. Jahre also, die keinerlei Streß für die Rebe verursacht haben, aber trotzdem (oder vielleicht sogar gerade deshalb?) tolle Weinqualitäten erbracht haben.


Wozu kB führt, können die Fachleute sicher genauer erklären, mein Verständnis ist, dass (zu) intensive kB zu einem Wachsen der Pflanze in die Breite, weil jetzt genügend Nährstoffe vorhanden sind, und nicht in die Tiefe, wo auch unter schwierigen Bedingungen hochwertige Ressourcen existieren und aufgenommen werden können, führt, und dass das Wachstum gefördert wird bei gleichzeitig kürzerer Reifezeit. Also definitiv kontraproduktiv zu dem Typus Wein, den wir alle suchen und schätzen.

Diese Auswirkung KANN kB tatsächlich haben. Genausogut wurzeln aber auch auch weit gepflanzte Reben relativ seicht, ebenso solche in leichten Böden (wozu sollte die Wurzel in die Tiefe wachsen, wenn es dort unten keine wasser- oder nährstoffspeichernden Schichten gibt, sondern nur Sand oder undurchdringliches (Ur-)Gestein?), genauso wie Reben in nichtbegrünten Weingärten oder mit bestimmten Unterlagsreben.

Ein Szenario, daß ein bewässerter Weingarten deutlich tiefergehende Wurzeln hat, als ein unbewässerter ist also recht leicht denkbar: Der eine hat breite Reihen, hält den Boden ganzjährig offen, hat eine seichtwurzelnde Unterlagsrebe und junge Stöcke. Der Nachbar hingegen bewässert (intelligent), hat aber (dadurch erst ermöglicht), eine Begrünung, eine andere Unterlage, ältere Reben, eine höhere Pflanzdichte und vielleicht eine tiefgehende Bodenlockerung vor der Auspflanzung durchgeführt.

Intelligente Bewässerung hat viel mit dem Zeitpunkt, der Menge, der exakten Einschätzung (oder Messung, siehe oben) des Pflanzenstresses, der guten Kenntnis der Bodeneigenschaften, mit Tricks (Bewässerungsschläuche eingraben und u.U. abwechselnd benützen) aber auch mit Glück (bzw. der Richtigkeit der Wetterprognose) zu tun.

Die hochwertigen Ressourcen, die unter schwierigen Bedingungen aufgenommen werden könnnen sind natürlich auch etwas, was common sense ist, oder? Möglicherweise bewirken die dynamisierten Kuhhorn-Präparate ja irgendwas, wissenschaftlich gesehen ist die Sache nicht so eindeutig: Es hängt immer noch vom Boden, seiner Geschichte, Düngung, Erosion und Bewirtschaftung über Jahrhunderte ab, ob es weiter unten überhaupt Ressourcen gibt. Der direkte Einfluß des Bodens auf den Weingeschmack wird weithin überbewertet. In Relation zum indirekten, also über die Bodenfarbe, die Wasserversorgung,... und deren Einfluß auf den Reifeverlauf den Weingeschmack ist er verschwindend gering.

Bewässerung muß auch nicht automatisch das Wachstum fördern, geschweigedenn den Reifeverlauf verkürzen. Ganz im Gegenteil könnte eine Bewässerung den Reifeverlauf eines heißen, von einem trockenheitsbedingten Reifestillstand geprägten Jahres verlängern und "mildern", weil sie der Rebe ermöglicht, auch in der Trockenzeit zu reifen.

Ohne Bewässerung gäbe es in der Wachau in Jahren wie 2003 vor allem in den (besten) Terrassenlagen sicherlich jede Menge Weingärten, die vorzeitig gelesen werden müßten, um dauerhafte Schädigungen des Rebstockes zu vermeiden. Mit maßvoller Bewässerung läßt sich die Existenz der Rebe aber soweit außer Gefahr stellen, daß die Endreife bis in die Herbstphase der kühleren Nächte hinausgezögert bzw. abgewartet werden kann. Von der Vermeidung eines unharmonisch niedrigen Säuregehaltes wegen Trockenstreß gar nicht zu reden.


Gerald: Es gibt doch öfters die Diskussion über Stockdichten und Weinqualität. Während (glaube ich) die Mehrzahl der Weinexperten hohe Stockdichten empfehlen, hat ein Südtiroler Winzer einmal genau die sehr geringe Stockdichte in seiner Pergolaerziehung als Grundlage der Qualität genannt.

Peter: ...das hingegen ist in keinster Weise common sense, gerade die sogenannten Naturwinzer (um das Wort biodynamisch nicht zu stressen) sind an einem natürlichen Gleichgewicht im Weingarten interessiert, das nicht mit der Stockdichte korreliert.



Niedrige Stockdichte schließt Qualität nicht grundsätzlich aus, wenn sie die Nachteile des seichteren Wurzelsystems an anderer Stelle wettmachen kann. Z.B. vielleicht beim Vernatsch durch die Tatsache, daß der Wuchs (und die Ertragskraft) dieser Sorte bei dichteren Pflanzungen zu starker Beschattung und einem krankheitsfördernden Mikroklima in der Laubwand führen würde.

Ein Gleichgewicht im Weingarten wiederum schließt eine relativ dichte Bepflanzung nicht aus. Bei geeigneter Mechanisierung (und den klimatischen und bodenbedingten Voraussetzungen) läßt sich auch in schmalen Rebzeilen der Boden begrünen, um die Bodengesundheit und das Gleichgewicht von Schädlingen und Nützlingen günstig zu beeinflußen.


Ich persönlich bewässere nicht, und würde das derzeit auch nicht anstreben, wenn es die konkrete Möglichkeit dazu gäbe. Mir wäre der Schalter, der den September-Regen ausschaltet lieber, als der, der den Juli-Regen ersetzt. Leider wurde der noch nicht erfunden.

Grundsätzlich auf alle Zeiten möchte ich die Bewässerung aber nicht ausschließen. Ob die Spitzenqualität durch kB besser wird oder schlechter läßt sich nicht ermitteln. Sicher ist aber, daß die Durchschittsqualität über viele Jahrgänge durch eine kB zu steigern ist. Insofern ist die kB keine Maßnahme der Ertragsverbesserung, als eher eine der wirtschaftlichen Ertragssicherung.

Nicht zu bewässern heißt, der Natur etwas mehr ausgeliefert zu sein. Deshalb ist man kein besserer Winzer, schon gar kein besserer Mensch. Es bringt vielleicht Vorteile, ganz sicher aber in manchen Jahren Nachteile, die man in Kauf nehmen muß, oder, noch besser, in verkaufssteigernde Botschaften ummünzen kann, wenn man das will.

Grüße

Bernhard

P.S.: Die Bezeichnung "künstliche" Bewässerung erscheint mir doppelt gemoppelt. Gibt´s auch eine "natürliche"?
Schönleiten Erstellt am: 03.11.2006 : 16:55:11 Uhr
Hallo Markus,

Zitat:
Magst Du nicht mal schreiben, wie Du die Vorteile und Nachteile von kB siehst - statt nur vorangegangene statements kritisch zu hinterfragen?


na ja, ich kann nur ganz ehrlich sagen, dass ich sehr wenig bis keine Ahnung davon habe. Ich habe einmal einen längeren Artikel zu canopy management gelesen, da hat es sich jedenfalls nicht so einfach angehört wie Peter es darstellt ("wenig Wasser => tiefe Wurzeln => hohe Qualität"). Ganz im Gegenteil, das Ganze war ziemlich kompliziert und die Wasserversorgung war mit vielen anderen Parametern im Weinberg verknüpft, so dass man diesen Faktor jedenfalls nicht alleine herausgreifen kann.

Es scheint nur so zu sein, dass von Winzern einfache Erklärungen erwartet werden, auch wenn sie dann vielleicht nicht so ganz korrekt sind. Ein Weinjournalist kann komplexe Theorien der Agrarbiologie wohl kaum schreiben, selbst wenn der Winzer sich die Zeit nimmt, ihm alles ganz genau zu erklären. Und der gemeine Weinkonsument möchte es wohl schon gar nicht so genau wissen, meiner Meinung nach sind viele Gespräche zwischen Weinkäufern und Winzern reiner smalltalk, auch wenn es sich anders anhört.

Grüße,
Gerald
Markus Vahlefeld Erstellt am: 03.11.2006 : 15:56:30 Uhr
Jürgen,

das Argument mit dem Tieferwurzeln habe ich von unendlich vielen Winzern schon gehört. Ist es wirklich nur "Winzerlatein" - sozusagen um ein Herausstellungsmerkmal zu haben? Für mich als Laien hört sich das plausibel an, wobei ich nicht abstreiten will, dass ich gerne glaube, was in mein naturwissesnchaftlich unbedarftes Welt bild passt.

Viele Grüsse

Markus Vahlefeld Erstellt am: 03.11.2006 : 15:51:42 Uhr
Hallo Gerald,

aber genau das interessiert mich doch: wie sind die Urteile, Erfahrungen und Vorbehalte gegen/über künstlicher Bewässerung. Peter hat ein statement zu kB abgeben, mit dem ich leben kann. Noch mehr solcher statements würden für mich ein Bild geben - und sei es das Bild, dass purer Weinromantizismus am Werk ist. Magst Du nicht mal schreiben, wie Du die Vorteile und Nachteile von kB siehst - statt nur vorangegangene statements kritisch zu hinterfragen? Weil, es macht den Eindruck, als hättest Du ein Urteil. Genau das würde mich interessieren.

Viele Grüsse



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