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hordeum-vinifera
Senior Member
   
Deutschland
2695 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 09:41:13 Uhr
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Hallo zusammen,
folgender Hinweis auf einen interessanten Artikel ist Wein+ entnommen: www.zeit.de/2005/31/G-Weinspekulation
Ist wirklich alles so "schlimm" oder werden nur Halbwahrheiten verbreitet?
Grüße
Hartmut |
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manubi
Senior Member
   
Deutschland
1427 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 10:12:00 Uhr
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Hallo Hartmut,
was in diesem Artikel so negativ apostrophiert wird, sind m.M. die Extrembeispiele, die durch hemmungslose Spekulation entstehen, bzw. entstanden sind. Die Garagenweine sind eine Modeerscheinung gewesen, haben eine Zeitlang ein Spielzeug für Superreiche dargestellt und fallen jetzt dem Platzen der Spekulationsblase zum Opfer. Gut so!
Ich vermute mal, das berührt mich und sehr viele andere Weinfreunde überhaupt nicht. Valandraud, Le Pin, La Mondotte & Co. habe ich nie im Keller gehabt und daher kann ich daran weder Geld gewinnen noch Geld verlieren.
Im übrigen kaufe ich, wie Tausende andere Weinfreunde auch, meinen Wein zum Selbertrinken (resp. mit guten Freunden) und gebe nur gelegentlich ein paar Flaschen aus Überbeständen ab.
Andererseits glaube ich nicht, dass sich an den "Blue Chips" des Bordelais, Premiers, Super Seconds & Co., katastrophale Preisbewegungen nach unten einstellen. Schön wär's ja...
Beste Grüße
Manfred
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@manubi
"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" (Bastian Sick)
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Bearbeitet von: manubi am: 03.08.2005 10:13:48 Uhr |
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dyingromeo
Senior Member
   
Deutschland
2836 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 10:15:53 Uhr
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Hallo Hartmut,
so schlimm hört sich das doch gar nicht an...Im Gegenteil, endlich bewegen wir uns wieder in Richtung "Normalität"! Die Preise der letzten Jahre grenzten ja bereits an Utopia und eine Preisentwicklung die dem Konsumenten entgegen kommt, ist in meinen Augen nur positiv! Habe erst letztens wieder in einem alten Artikel der Weinwelt über genau diesen unglaublichen Preisanstieg mit erstaunen gelesen, dass ein Ch. Latour 1990 ab Hof exkl. Steuern ca 30€ gekostet hat, ein Ausone 25€, ein Lafite 35€! 1996 galten noch fast gleiche Preise, teilweise ein Anstieg von wenigen % und absolut vertretbar... Diese Preise decken auch heute noch die Produktionskosten, warum also sollte ich als Konsument und Endverbraucher nicht davon profitieren? Mir gehen diese hohen Preise schon seit langem gehörig auf den Senkel!
Ich denke da wollten einige Chateaux einfach zu viel und jetzt bekommen sie die Rechnung, die sie anscheinend ohne den Konsument gemacht haben!
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mit weinfreudigen Grüßen Christian
"Even a journey of a thousand miles starts with a single step"
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duni
Administrator
   
Deutschland
1495 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 11:09:22 Uhr
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Habe den Artikel auch gelesen, fand ihn sehr oberflächlich. Die Autorin geht von einer weltweiten Krise im Absatz von Spitzenweinen aus und begründet dies mit Beispielen aus der Toscana und dem Bordeaux.Ein paar,rasch formulierte Anmerkungen dazu: Dass sich toskanischer Spitzenwein nicht mehr so gut verkauft ,hat mE sehr viel mit dem aus den Fugen geratenen Preis-Leistungsverhältnis zu tun: Viele der hochgejubelten neuen Supercuvees boten für ihren stolzen Preis einfach keine qualitative Entsprechung. Selbst ach so große Jahrgänge wie 97 ,00 haben oft erhebliche Schwierigkeiten mit dem Alterungspotential, klangvolle Namen wie Brunello di Montalcino ,Vino Nobile di Montepulciano sind selten ihr Geld wert. Den Winzern nutzten die hohen Preise, die sie in den 90igern spielend für ihre Weine erzielten,häufig zu Expansionen in In-Regionen wie Bolgheri. Die Weine, die dann von diesen Gütern kamen, stigen dann natürlich sofort in ein hohes Preisniveau ein. Mittlerweile hat sich aber in zahlreichen Gläsern und Kellern gezeigt, dass ein Toskaner für 60€ die Flasche nicht automatisch gut ist. Dass dabei zahlreiche Käufer Kaufzurückhaltung zeigen, ist logisch. Was das Bordeaux anbelangt, so sollte man nicht vergessen, dass 04 einfach ein schwieriger Jahrgang war, der noch dazu von den Kritikern extrem heterogen bewertet wurde. Da also die Nachfrage nicht so recht ins Rollen kam, weil die Kritiker ungewöhnlich einsilbig und ewnig begeistert agierter, mußte das Angebot billiger werden. Beim nächsten besseren Jahrgang, der mehr Zustimmung findet, werden die Preise schon wieder aufs gewohnte Spitzenniveau klettern. |
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Weinreporter
Administrator
    
Deutschland
7008 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 11:37:48 Uhr
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Hi duni, oberflächlich ist genau das richtige Wort. Ist der typische Fall eines Laienartikels, der an der Realität hart vorbeischrammt. Ein paar Fakten hier gelesen, dort gehört und abgeschrieben, nicht richtig verdaut und die falschen Fragen gestellt. Was Bordeaux betrifft war die Kampagne 2004 eine notwendige und auch richtige Preiskorrektur. Das hat es immer wieder gegeben. Und der jahrgang 2004 war und ist ganz einfach - von rel. wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht gut! Doch sobald ein unumstritten hervorragender Jahrgang kommt, geht der Zirkus von vorne los. Da sind sich alle Insider einig. Im übrigen verlagern sich die Begehrlichkeiten auf immer neue Kandidaten und es trennt sich halt die Spreu vom Weizen. Gerade hat mir F.X. Pichler in der Wachau stolz erzählt, dass seine Weine jetzt in 26 Länder exportiert werden und seine Tochter Elisabeth einen Exportmarkt nach dem anderen auftut. Da sich die Menge seiner Weine nicht steigern lässt, werden sie in Zukunft wohl eher knapper und damit ganz bestimmt nicht billiger. Solche Beispiele gibt es überall auf der Welt. Sicher ist eins: die Zeit der Boutique- und Designerweine ist erstmal vorbei. Und als nächstes werden die Pseudo-Terroiristen dran glauben müssen Es gibt inzwischen genügend hochwertige echte Spitzenprodukte egal ob aus der Garage, aus einem Château oder einem bäuerlichen Betrieb. Gruss Mario Scheuermann |
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dyingromeo
Senior Member
   
Deutschland
2836 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 11:55:37 Uhr
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Hallo,
oberflächlich mag der Artikel sein, er birgt aber auch eine bittere Wahrheit! Die Kosumenten lassen sich nicht weiter von der Preistreiberei einiger Chateaux und Hersteller veräppeln und zeigen ihre Ablehnung mit mangelndem Kaufinteresse und dadurch sinkendem Absatz!
Ich finde diese Hanhabung legitim und so wird sich mancher Hersteller eben mit niedrigeren Preisen um neue Kunden bemühen müssen! Viele treue Kunden scheinen ja dem einen oder anderen Hersteller den Rücken gekehrt zu haben...
Meiner Meinung nach sind die Preise die seit 2000 im Bordelais wie in der Toskana verlangt werden, einfach weit überzogen! Da kann man lange von einem "Preisnachlass" von bis zu 50% sprechen, Fakt jedoch bleibt, 50% weniger von 300% zu viel, macht immer noch zu viel....
Das Prestige pröckelt... und irgendwie sind die Hersteller auch selbst schuld daran! Wer pokert kann eben auch verlieren... |
mit weinfreudigen Grüßen Christian
"Even a journey of a thousand miles starts with a single step"
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hordeum-vinifera
Senior Member
   
Deutschland
2695 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 12:39:45 Uhr
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Hallo zusammen,
es ist ein Marktgesetz, dass die Nachfrage bei steigendem Preis sinkt, insbesondere wenn qualitativ minderwertiger Wein angeboten wird. Die Verbraucher lassen sich nämlich nur ungern auf Dauer ü-bervorteilen.
Für mich ist der Artikel nicht einfach nur oberflächlich, sondern es werden m.E. Halbwahrheiten reißerisch aufbereitet. Beispiele:
"Edle Tropfen sind heute die Basis für billige Massenprodukte
Denkbar einfach schien die Rechnung. Der Preis von Spitzenweinen beginnt bei 25 Euro pro Flasche, oft übersteigt er 100 Euro – die Produktionskosten betragen nur einen Bruchteil davon. »Wenn man mit Kosten von fünf Euro pro Flasche kalkuliert, kann man einen Wein erzeugen, der vom ersten Aus-trieb der Reben bis zur Flaschenabfüllung aufgezogen wird wie ein kleiner Prinz«, sagt Simone Fran-çois, Direktor des Weinguts Castello di Querceto im italienischen Greve in Chianti."
(Wer erzeugt für 5 € einen Spitzenwein?)
"Zu den Investoren zählten in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Versicherungsgesellschaft Axa und die Nassauische Sparkasse ..."
(Habe ich da etwas nicht mitbekommen? Ist der Nassauischen Sparkasse nicht nur Schloss Vollrads als Kreditgeber im Wege eines Konkurses zugefallen, sondern hat sie sich aktiv als Investor im Stile einer Großversicherung wie der AXA betätigt - eine Sparkasse???)
"Eine alltägliche Szene – wüsste man nicht, dass hier bis vor kurzem noch ein Weinberg gestanden hat. Inmitten renommierter Bordeaux- Lagen hat Carrefour mehrere Hektar eines Spitzenweinguts gekauft, die Rebfläche stillgelegt und einen Parkplatz gebaut.
Es war ein Château wie so viele andere, das Château am Rand von Libourne: am Reißbrett entstan-den, vor zehn, fünfzehn Jahren .."
(Ein Spitzenweingut, das von 10-15 Jahren entstanden ist - welches soll das gewesen sein?)
Ich finde das Thema ist wirklich wichtig und interessant, aber so wird man ihm nicht gerecht.
Grüße
Hartmut
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knalli
Advanced Member
  
Österreich
717 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 12:42:20 Uhr
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Da muss ich widersprechen. Die bekannten Namen gehen nach wie vor, wenn auch vielleicht zu etwas geringeren Preisen. Das Problem liegt darunter. Bei einfachen Bordeaux, einfachen Italienern und genau da liegt die gute Kollgin eben völlig falsch.
Mit den grossen Namen kann man noch immer nichts falsch machen, wird man sicher kein Geld verlieren - und, wie Mario schon sagte, beim nächsten guten Jahrgang wirds wieder losgehen.
Die Leute, die sich das leisten können und wollen, kaufen das auch. Und wenn nicht hier dann in Asien, Russland oder sonstwo.
Aber die Bourgeois und "normalen" Chianti, Nebbiolo, Barbaresco etc. z.B. aus 2002 - das bleibt alles liegen. Warum, ganz einfach. Das waren früher die "einfachen" (Supermarkt) Weine. Die wurden um halbwegs deckende Preise verkauft. Jetzt stehen aber Weine in den Regalen, die von irgendwoher kommen und noch billiger sind - Geiz ist eben * * *. Das Problem ist, dass dieser 2,99 Schmarrn aus Übersee nicht schlechter ist, als einfache Franzosen oder Italiener, aber eben nur die Hälfte oder ein Drittel kosten. Die Überproduktion muss dann wieder nicht kostendeckend an Aldi & Co. verscherbelt werden oder wird im schlimmsten Fall destilliert. Anträge gibt es in Italien schon.
Da ist das Problem, nicht bei den Garagenweinen, nicht bei der (meist ziemlich kleinen) Preiskorrektur bekannter Etiketten.
Deswegen ist der Artikel oberflächlich, weil er am wirklichen Problem mehr als vorbeischrammt.
Lieben Gruss |
knalli www.wine-times.at oder www.wine-times.com |
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Wolfgang
Senior Member
   
Deutschland
1147 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 13:21:14 Uhr
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Meine Güte, über Artikel von mir wurde nie auch nur annähernd so viel diskutiert wie über diesen hier. Ich frag Andrea nächste Woche, wenn sie wieder erreichbar ist, ob Sie Lust hat, sich hier oder bei wein-plus an der Diskussion zu beteiligen...
Herzliche Grüße Wolfgang |
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weinleerer
Advanced Member
  
Deutschland
700 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 13:36:38 Uhr
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Moin Wolfgang,
gib uns doch mal einen Artikel von dir...   
bei W+ oder hier finden sich bestimmt Leute, die ihn gerne zereissen... ALLWISSENHEIT wird in Weinforen nämlich seit jeher groß geschrieben
Wenn du einen allgemeiner gehaltenen Text hast, könnten wir auch folgendes Experiment machen: wir veröffentlichen ihn hier unter Werner Elfleins Namen und bei W+ sagen wir, das wär ne aktuelle Übersetzung von nem Parkerartikel 
das wäre mal spannend
findet
der weinleerer
der btw an dem Zeit Artikel nicht wirklcih was auszusetzen findet - dass hier bei der vorherrschende ALLWISSENHEIT nicht berücksichtigte Aspekte und FALSCHE (wird ebenfalls immer groß geschrieben) Gewichtungen gefunden werden... so what... |
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charlie
Advanced Member
  
Deutschland
725 Beiträge |
Erstellt am: 03.08.2005 : 13:47:31 Uhr
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Zitat: Diese Preise decken auch heute noch die Produktionskosten, warum also sollte ich als Konsument und Endverbraucher nicht davon profitieren?
Wieso? Es herrscht doch keine Planwirtschaft in diesem Bereich.
Zitat: Die Kosumenten lassen sich nicht weiter von der Preistreiberei einiger Chateaux und Hersteller veräppeln und zeigen ihre Ablehnung mit mangelndem Kaufinteresse und dadurch sinkendem Absatz!
Sie werden sich dann halt von anderen Herstellern veräppeln lassen, wahrscheinlich von Terroirsten, wie Mario Scheuermann meint.
Ich kann mich auch an keinen ordentlichen Artikel in Spiegel, Zeit, Fokus, FAZ, SZ usw. erinnern, zu einem Thema das ich einigermassen überblicke und geschrieben von einem Nichtfachmann. Und gerade die Zeit! Für mich ist das ein Forum in dem die Schreiber zeigen können, wie groß ihr Wortschatz ist.
Gruss, Charlie |
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