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Seite: von 4

Don Miguel
Senior Member

Deutschland
2114 Beiträge

Erstellt  am: 06.09.2006 :  09:55:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Servus Bernhard,

vielen Dank für deine, wie immer, aufschlußreichen Hintergrundinformationen!

Zitat:
Lange Rede, kurzer Sinn: In unserem Fall ist der Hintergrund von Cuvées immer eine Mischung von Vision (was jetzt sehr hochtrabend klingt), Erfahrung, wirtschaftlichen und praktischen Gründen (Behältergrößen, "Verwertungsmöglichkeiten" für Weine, die nicht in die Cuvée Eingang finden,...) sowie manchmal auch ein klein wenig Aus-der-Not-eine-Tugend-machen. Der Anteil an Vision nimmt in der Qualitätspyramide von oben nach unten ab, die praktischen Gründe nehmen dafür zu.
Schön formuliert, nichts anderes würde ich einem Winzer auch glauben, auch wenn seine Werbesprüche anderes sagen ! Um so lobenswerter, wenn es gleich offen zum Ausdruck gebracht wird .


Beste Grüße
Don


PS Dein junger Blog ist schon sehr vielversprechend! Ich hoffe, dass dir niemand dein publizistisches Engagement dort und auch in unseren Foren verleidet, wirkliches Fachwissen von Insidern ist ja eh selten genug zu finden.

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Oberpfälzer
Senior Member

Schweiz
1785 Beiträge

Erstellt  am: 26.09.2006 :  11:41:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

kürzlich hatte ich einen Süßwein von Bernhard Fiedler im Glas:

Ausbruch, 1995
50% Pinot Blanc, 50% Chardonnay, hoher Botrytisanteil, Säure 8,9 g/l, RZ 135 g/l, 14,4% alc., 0,375 l-Flasche, Naturkork

In der Nase dicht, kräftig nach Dörrobst und Waldhonig, etwas mineralisch. Nach einer Weile gesellten sich etwas stechende, lösungsmittelähnliche Aromen hinzu (persönliche Tagesform? Es war leider kein zweiter Verkoster anwesend, der dies bestätigen/verneinen konnte; habe diesmal keinen Bewertungsabschlag vorgenommen).

Im Mund ölige Konsistenz, extraktreich, schwere Süße, rassige Säure (von der Süße aber komplett beherrscht), schwer im Alkohol. Etwas Herbe zeigend, leicht nussige Aromen, etwas alkoholisch wirkend. Gesamteindruck beinahe sehr harmonisch, angenehm - vielschichtig, sehr langer Abgang. In meinem Schema sind dies etwa 93 OpfP., die mit Vorsicht zu betrachteh sind, da ich nicht allzu viele Süßweine an Erfahrung habe. In jedem Fall für mich ein toller Tropfen zu einem sehr verbraucherfreundlichen Preis. Werde ich nachbestellen.

Servus.

Wolfgang
(Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin. (Albert Einstein)

Es bleibt immer ein wenig Duft in Händen, die Rosen schenken, in Händen, die sich grosszügig zeigen. (Dom Helder Camara, Theologe, Brasilien))
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Schönleiten
Administrator

Österreich
3722 Beiträge

Erstellt  am: 11.12.2006 :  15:14:46 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Schönleiten's Homepage  Antwort mit Zitat
Wie man auf news.at lesen kann, dürfte Bernhard bei der Falstaff-Prämierung den Sieg in der Kategorie Cabernet Sauvignon 2004 nach Mörbisch geholt haben ("dürfte" deshalb, da es auf der Falstaff-Website momentan noch nicht nachzulesen ist). Herzlichen Glückwunsch !

Was mich bei der Auflistung der Sieger ein bisschen wundert, ist dass praktisch nur Nordburgenländer (Neusiedlersee bzw. Neusiedlersee-Hügelland) ganz vorne zu finden sind, die Mittel- und Südburgenländer (mit ihren - für mich - absolut grandiosen 2004ern) fehlen fast vollständig

Grüße,
Gerald
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Giuseppe
Active Member

Österreich
59 Beiträge

Erstellt  am: 11.12.2006 :  17:00:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Servus Gerald,

die in "News" publizierten Trophysieger sind korrekt. Die von uns hochgeschätzten und vermissten Süd- bzw. Mittelburgenländer haben für die Trophy zum Teil nur Ihre Basisweine eingereicht bzw. gar nicht daran teilgenommen.

@ Bernhard: Herzlichen Glückwunsch!

Schöne Grüße
Josef
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weinfidél
Advanced Member

Deutschland
489 Beiträge

Erstellt  am: 11.12.2006 :  21:14:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Bernhard!

Auch von mir allerherzlichste Glückwünsche! Das passt ja wunderbar ins Finale von 2006.

Tja, was das Mittelburgenland betrifft, ist es ja immerhin so, dass mit dem 'G' von Gesellmann fast ein Volltreffer zu verzeichnen ist.
Des weiteren ist es tatsächlich so, dass u.a. MORIC gar nicht angestellt hat. Das hat aber Gründe...

fidélst
Rico

Ps: Wer auch immer einen 03er Neckenmarkter Blaufränkisch im Besitz hat, unbedingt jetzt oder in nächster Zeit probieren!

Rico Etzensperger

"Döt äne am Bergli..."
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Grenzhof-Fiedler
Advanced Member

Österreich
584 Beiträge

Erstellt  am: 12.12.2006 :  00:01:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Grenzhof-Fiedler's Homepage  Antwort mit Zitat
Herzlichen Dank für die Glückwünsche!

Das genaue Ergebnis habe ich erst heute bei der Präsentation erfahren. Einen näheren Blick auf die Ergebnisse konnte ich dabei nicht machen, aber ich meine mich an Paul Lehrners Steineiche auf dem Blaufränkisch-Siegerpodest zu erinnern und u.a. auch an den 3. Platz des Cabernet von Wellanschitz.

Bei der Präsentation der 50 besten Betriebe der Bewertung waren alle Namhaften Mittelburgenländer vertreten (vom Süden weiß ich weniger). So schlecht haben die Kollegen also wohl nicht abgeschnitten.

Wichtiger aber ist, daß das Burgenland insgesamt den Bewerb dominiert hat: alle (4) Falstaffsieger und fast alle Sortensieger stammen aus dem Burgenland!

Grüße

Bernhard

In meinem We(in)blog gibt´s noch mehr von mir zu lesen.
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Novize
Administrator

Deutschland
1343 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2007 :  12:47:07 Uhr  Profil anzeigen  Sende Novize eine AOL Message  Antwort mit Zitat
Ich übertrage dieses Posting von Kle mal aus dem internen Bereich:

Neusiedlersee im Schanzenviertel

Nie hätte ich gedacht, dass ich an diesem Tag den besten Quiche meines Lebens essen und partout behaupten werde, dass österreichische Weißweine keine sind. Besten Dank an die Gastgeber Maren und Ralph, den Flaschenstifter Felix und den Winzer Bernhard Fiedler für diese abwechslungsreiche Probe. Es wurden 15 Flaschen verdeckt verkostet, dazu gab es Brot, Wasser und wie gesagt frischen selbstgemachten Lachs-Gemüse-Quiche.
Der Einstiegswein, ein Grüner Veltliner 2006 (4 Euro), wurde von den meisten verdächtigt, ein Weißburgunder zu sein, ich fühlte mich an Savenniere-Wein erinnert – knochig trocken, markante Säure und mit einer etwas fahlen Gestalt, hinter der die sparsame Furcht dann umso aufregender hervorkam. Bemerkenswert auch Chardonnay Duett 2006 (5,80 Euro): Kompakt, enorm konzentriert und fein.
Als der 94er Blaufränkisch (8 Euro) auf den Tisch kam, wurde das fortgeschrittene Alter erkannt und der Wein von den meisten als einer beschrieben, der seine Ziellinie schon lange von hinten sieht. Trotzdem noch sehr gut zu trinken und für die paar herrlichen Momente als frische, gelbe Früchte aufblitzen, habe ich den Wein noch höher bewertet als den schönen Alte Rieden 92 (18 Euro).
Bei den Süßweinen musste ich nicht lange überlegen: Der Pinot-Chardonnay-Ausbruch von 1995 (12 Euro) hat mir wegen seiner süßherben, provozierenden Noten exotischer Gräser (so wie ich mir vorstelle wie Gras schmeckt, wenn ich z.B. auf eine südostasiatischen Wiese grasen würde) am besten geschmeckt.
Super, wie schnell Pasta wusste, dass wir in Österreich sind. Für mich ging, jedenfalls bei den Weißweinen, ein Weltbild zugrunde, weil meine Österreich-Synapse nicht aktiv wurde. Aber die wurde bislang wohl von zu spezifischen Eindrücken bewegt und in der Tat habe ich nur wenig Neusiedlersee-Erfahrung.

Gruß, Kle
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Novize
Administrator

Deutschland
1343 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2007 :  12:55:24 Uhr  Profil anzeigen  Sende Novize eine AOL Message  Antwort mit Zitat
Moin,

als treuer Leser seines Blogs und Freund seiner klärenden Postings in diesem Forum, war es mir immer ein Bedürfnis, einmal eine Blindprobe für die Hamburger Live-Talker mit Bernhard Fiedlers Weinen auszurichten. Vor kurzem war es dann so weit. Die Gäste waren mit Informationen über Boden und Vinifikation sowie Analysewerten ausgestattet, Anbaugebiet/Land/Kontinent war unbekannt, lediglich die Tatsache war angesagt, dass alle Weine aus einem Anbeugebiet stammen. Als Ausrichter habe ich eher wenig notiert und ich war auch nicht ganz unvoreingenommen. Die Gesamtplatzierungen der weissen habe ich verschlampt, das mag ein anderer nachtragen. Rankings entstanden innerhalb der Gruppen weiss, rot und süss.

Die Weissweine

Grüner Veltliner 2006, 4 €, A:11,5; S: 6,1; RZ 1,2; Meine Wertung: 82 Punkte, Mein 4. Platz
Sehr leichter Wein, frische Säure, etwas hefig, lecker aber kurz. Bei dem Preis kann man nicht meckern aber nicht mehr als ein ordentlicher Terrassenwein. Auf Veltliner war niemand in der Runde gekommen, die Mehrheit meinte, einen Weissburgunder aus Deutschland im Glas zu haben.

Pinot blanc 2006, 5,20€, A:13; S: 6,7; RZ 3,4; Meine Wertung 83 Punkte, Mein Platz 3
Schöne Farbe, etwas säurebetont und alkoholisch. Ordentlicher Abgang. Die Mehrheit schwenkte jetzt nach Österreich um und hielt dies für einen grünen Veltliner.

Chardonnay Duett 2006, 5,80 €, A:13,5; S: 6,7; RZ 3,0; Meine Wertung 88 Punkte, Mein Platz 2
Sehr guter Wein, am Gaumen ordentlich Schmelz, was auffällt ist der gekonnte Holzeinsatz. Langer Abgang. Zu diesem Zeitpunkt waren alle immer noch am Diskutieren, in welchem Land wir uns befinden, darüber ist dieser Wein etwas zu kurz gekommen. Auf Chardonnay kam niemand, dabei war die mitgelieferte Beschreibung der Weinherstellung (zu 2/3 im großen Holzfass vergoren und auf der Feinhefe gereift, 1/3 im Barrique vergoren, auf der Hefe gelagert und BSA eingeleitet) doch eigentlich ein sehr eindeutiger Hinweis. Jaja, man kann klug schnacken, wenn man’s weiss...

Mörbisch Weiß 2006, 8 €, A:13,5; S: 5,7; RZ 1,2 Meine Wertung 90 Punkte, Mein Platz 1
Wow. Dieser Wein ist ein Meisterwerk. Die Hamburger Runde besteht eigentlich nur aus ABC-Trinkern, und ich zähle dazu. Aber was wir hier vorfanden, das spielte schon in einer Liga mit guten Weissen aus dem Burgund. Ein buttrig-vanilliger Kraftprotz. Gar nicht erst der Versuch, einen filigranen Chardonnay (mit 40 % Weissburgunder) zu produzieren, sondern ein echter Bolzen. Toller Holzeinsatz, staubtrocken sehr sehr lang. Die Runde erkannte den Chardonnay und war mehrheitlich über 90 Punkten. Und das zu dem Preis! Potential bis mindestens 2015

Traminer "Ober dem Mühlweg" 2004, 8 €, A:14; S: 4,7; RZ 3,2; Meine Wertung 80 Punkte, Mein Platz 5
Traminer ist Geschmackssache und mein Geschmack war dieser nicht. Brandig und penetrant, auch wenn Bernhards Prospekt damit wirbt, dass er eben dies nicht sei. Der Wein polarisierte und viele sahen ihn erheblich besser als ich.

Die roten

BLAUFRÄNKISCH RESERVE 2004, 8 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 0,8; Meine Wertung 84 Punkte, Platz 7, Gesamtwertung Platz 7
Der Einstiegswein in die roten. Ordentlich. Schöne Aromen von Kirsche und Mandel, mittlerer Abgang. War von der Rebsorte her für die Runde nicht einzuordnen.

CABERNET SAUVIGNON 2004, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,8; Meine Wertung 88+ Punkte, Platz 2, Gesamtwertung Platz 5
Bernhards Falstaff-Sortensieger hat viel Potential, ist aber im Moment schwierig zu trinken. Wurde von den Verkostern fast einstimmig zum Zweigelt gekürt. Der Wein wurde nicht alle und ich habe die folgenden zwei Tage noch je ein Glas aus der grossen Karaffe entnommen. Er gewinnt durchgehend an der Luft.

CABERNET SAUVIGNON 2003, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,2; Meine Wertung 90 Punkte, Platz 1, Gesamtwertung Platz 1
Da kennt der Winzer seinen Wein. Den 1. Platz hatte Bernhard vorhergesagt und das Urteil war glaube ich einstimmig. Schöne Frucht, sehr sehr langer Abgang. Wurde von der Runde für eine Zweigelt-dominierte Cuvee mit CabS-Anteil gehalten.

CABERNET SAUVIGNON 2000, 16 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 2,0; Meine Wertung 86 Punkte, Platz 5, Gesamtwertung Platz 5 (geteilt)
Der Wein wurde von einigen für eine ältere und etwas schmalere Ausgabe des Vorgängerweines gehalten. Habe ich schon erwähnt, wie kompetent die Hamburger Runde ist?

MÖRBISCH ROT 2002, 18 €, A:13,5; S: 5,3; RZ 1,3; Blaufränkisch (80%), CabS, Zweigelt, Meine Wertung 88 Punkte, Platz 3, Gesamtwertung Platz 3
Dieser Wein ist enorm trinkig (sozusagen die gehaltvoller Version von süffig, denn er ist sehr viel gehaltvoller als ein Zechwein). Stimmen aus der Runde wurden laut, mit diesem Wein könne man hervorragend versacken. Das sehe ich genau so. Sehr schöne Frucht und sehr langer Abgang. Mittlerer Körper und Komplexität.

ALTE RIEDEN 1992, 18 €, Blaufränkisch (66%), CabS (33%), A:12,8; S: 6,3; RZ 1,9; Meine Wertung 87 Punkte, Platz 4, Gesamtwertung Platz 4
Zu diesem Wein gibt es bei Bernhard im Blog reichlich zu lesen. Von mir nur so viel: Den Hamburgern hat er wohl noch einen Tick besser gefallen als dem Winzer.

Noch mehr gilt dies für
BLAUFRÄNKISCH 1994, 8 €, A:12,7; S: 5,2; RZ 2,5; Meine Wertung 85 Punkte, Platz 6, Gesamtwertung Platz 2
Der Blogeintrag ist übrigens dieser hier...

Die süssen
Süsse Auslese 2006, 5,20 €, Weissburgunder (55%), Traminer (45%), A:11,5; S: 6,1; RZ 82,9; Meine Wertung 81 Punkte, Platz 3, Gesamtwertung Platz 3
Ohje, der war nicht so mein Fall. Typ mäßige Spätlese ohne rechten Biss, ein bisschen pappig.
Auch in der Runde kam keine Begeisterung auf.

Pinot-Chardonnay Ausbruch 1995, 12 €, 50/50 Weissburgunder, Chardonnay, A:14,5; S: 8,9; RZ 135, Meine Wertung 92 Punkte, Platz 2, Gesamtwertung Platz 2
Wunderschöner von Botrytis geprägter Süsswein mit unglaublich viel Tiefgang. In der Runde kam Begeisterung auf und erste Tipps gingen in Richtung Burgenland. 14,5% Alkohol bei einer BA sind ja auch ein kleiner Hinweis...

Neuburger Ausbruch 1989, A:10,5; S:11,2; RZ 234, Meine Wertung 96 Punkte, Platz 1, Gesamtwertung Platz 1
Ich habe nicht sonderlich viel Erfahrung mit 20 Jahre alten Ausbruch Weinen und mit Neuburger sowieso nicht. Ich gehe aber mal davon aus, dass die nicht alle so gut sind wie dieser. Was für ein unendlich tiefgründiger, unendlich langer und leckerer Tropfen. In der Runde wurde bis 98 Punkte gewertet.

Fazit: Bernhard Fiedler macht viele gute Weine mit sehr sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis. Er hat ganz offenkundig ein tolles Händchen beim Holzeinsatz und sein Vater ist ein echter Süssweinkönner

Cheers
Felix
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Kle
Senior Member

Deutschland
1426 Beiträge

Erstellt  am: 25.07.2007 :  23:23:05 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Kle's Homepage  Antwort mit Zitat
Diese Probe hat einen besonderen Nachhall hinterlassen, ich kann mich besser an manche Weine erinnern als bei puren Blindproben. Es war eine gute Idee, dass du, Felix, Informationen geliefert hast und ich weiß nicht, ob es richtig ist, bei solchen Treffen wie den unseren immer blind zu verkosten.
Ich habe Punkte vergeben, mich aber nicht wohl dabei gefühlt. Es war, als würde ich in einem anderen Land ein paar Sprachbrocken aus dem Reisewörterbuch verwenden. Hier meine Liste, für die ich mich deiner Vorgaben bediene.

Gruß, Kle



Grüner Veltliner 2006, 4 €, A:11,5; S: 6,1; RZ 1,2; Meine Wertung: 83 Punkte, Mein 4. Platz

Pinot blanc 2006, 5,20€, A:13; S: 6,7; RZ 3,4; Meine Wertung 81 Punkte, Mein Platz 5
üppige Frucht, nach einiger Zeit auseinanderfallend

Chardonnay Duett 2006, 5,80 €, A:13,5; S: 6,7; RZ 3,0; Meine Wertung 88 Punkte, Mein Platz 1

Mörbisch Weiß 2006, 8 €, A:13,5; S: 5,7; RZ 1,2 Meine Wertung 87-88 Punkte, Mein Platz 2

Traminer "Ober dem Mühlweg" 2004, 8 €, A:14; S: 4,7; RZ 3,2; Meine Wertung 86 Punkte, Mein Platz 3

Die roten

BLAUFRÄNKISCH RESERVE 2004, 8 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 0,8; Meine Wertung 85 Punkte, Platz 7
Laut meinen Notizen zu leicht und einfach, aber doch mit einigen Noten, die mich beschäftigten

CABERNET SAUVIGNON 2004, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,8; Meine Wertung 87 Punkte, Platz 6
Puh, müsste man noch mal nachprobieren, ein Wein mit zu vielen Überraschungen. Ich sage ehrlich, welches Wort mir einfiel: Komplex.

CABERNET SAUVIGNON 2003, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,2; Meine Wertung 88 Punkte, Platz 5
etwas fettig

CABERNET SAUVIGNON 2000, 16 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 2,0; Meine Wertung 88 Punkte, Platz 4, Gesamtwertung Platz 5 (geteilt)
Zitat Felix: "Der Wein wurde von einigen für eine ältere und etwas schmalere Ausgabe des Vorgängerweines gehalten. Habe ich schon erwähnt, wie kompetent die Hamburger Runde ist?"Tja, diese Äußerung trifft auf mich nicht zu, ich habe beide Weine gleich bewertet, und, als ich mich entscheiden musste, diesem den Vorzug gegeben. Weil es hier statt dem "Fett" einige faszinierende krautige Noten gab.

MÖRBISCH ROT 2002, 18 €, A:13,5; S: 5,3; RZ 1,3; Blaufränkisch (80%), CabS, Zweigelt, Meine Wertung 88, Platz 3
Ich bestritt nicht mehr, dass wir in Österreich sind.


ALTE RIEDEN 1992, 18 €, Blaufränkisch (66%), CabS (33%), A:12,8; S: 6,3; RZ 1,9; Meine Wertung 88 Punkte, Platz 2


BLAUFRÄNKISCH 1994, 8 €, A:12,7; S: 5,2; RZ 2,5; Meine Wertung 89 Punkte, Platz 1

Die süssen
Süsse Auslese 2006, 5,20 €, Weissburgunder (55%), Traminer (45%), A:11,5; S: 6,1; RZ 82,9; Meine Wertung 85 Punkte, Platz 3,

Pinot-Chardonnay Ausbruch 1995, 12 €, 50/50 Weissburgunder, Chardonnay, Meine Wertung 92 Punkte, Platz 1

Neuburger Ausbruch 1989,A:10,5; S:11,2; RZ 234, Meine Wertung 89 Punkte, Platz 3

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Einzelflaschenfreund
Advanced Member

Deutschland
285 Beiträge

Erstellt  am: 29.08.2007 :  19:19:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

endlich komme ich auch noch dazu, ein paar Notizen beizutragen. Felix hatte eine wirklich spannende Probe vorbereitet; und obwohl Österreich dann doch irgendwann enträtselt war, ist bis zum Schluss niemand darauf gekommen, dass hier nur die Weine eines Winzers auf dem Tisch standen. Das halb-blinde Verfahren, das ich auch schon bei meiner "Pärchen"-Probe praktiziert hatte, traf hier voll ins Schwarze. Danke, Felix!

Zu den Weinen im Einzelnen (bei den Weißen trage ich noch die Gesamtplatzierung nach):

Die Weißen

Grüner Veltliner 2006, 4 €, A:11,5; S: 6,1; RZ 1,2; Meine Wertung: 80 Punkte, mein 3. Platz, insgesamt 4. Platz
Stahlig, blass, kurz, ordentlich Säure. Kaum Frucht, kaum Körper. Ein passabeler "Antrunk".

Pinot blanc 2006, 5,20€, A:13; S: 6,7; RZ 3,4; Meine Wertung 78 Punkte, mein 5. Platz, insgesamt 5. Platz
Stärkere Nase als der GV. Deutlicher Alkohol, recht scharfe Säure, fast beißend. Auch hier kaum Frucht.

Chardonnay Duett 2006, 5,80 €, A:13,5; S: 6,7; RZ 3,0; Meine Wertung 81++ Punkte, mein 3. Platz, insgesamt 3. Platz
Sehr blass. Recht brandig, dazu ausgeprägte Bittertöne. Mittlere Länge. Insgesamt in diesem Stadium eher unharmonisch. Eine gewisse Komplexität war spürbar - meine Vermutung (und Hoffnung): deutlich zu jung

Mörbisch Weiß 2006, 8 €, A:13,5; S: 5,7; RZ 1,2 Meine Wertung 90 Punkte, mein Platz 1, so auch insgesamt
Zunächst muss ich Felix widersprechen - unsere Verkostungspraxis mag sich eher um den Riesling drehen, aber "ABC" war noch nie mein Motto. Nur gibt es einfach derart viele miserable Chardonnays ...
Buttrige Noten, auch fleischige Röstnoten. Im Mund dann durchaus auch Mineralität, ganz leichte Bittertöne (die mich in dieser Form nicht stören, im Gegenteil - sie sorgen für eine gewisse Frische). Mittlere Länge. Der ganze Wein hat einen (trotz Röstnoten) eher kühlen Grundcharakter und viel Noblesse. Sehr gekonnter Holzeinsatz. Als ich den Preis hörte, schlug das Gefallen in reine Begeisterung um.

Traminer "Ober dem Mühlweg" 2004, 8 €, A:14; S: 4,7; RZ 3,2; Meine Wertung 79 Punkte, mein Platz 4, insgesamt Platz 3
Parfümierte Nase, kurz und dropsig, dazu im Abgang sehr brandig. Nicht mein Wein.

Die Roten

BLAUFRÄNKISCH RESERVE 2004, 8 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 0,8; Meine Wertung 84 Punkte, Platz 7, Gesamtwertung Platz 7
Etwas verschlossene Nase. Im Mund leicht kirschig, rauh. Ein einfacher, rustikaler Wein, mittelkurz.

CABERNET SAUVIGNON 2004, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,8; Meine Wertung 87+ Punkte, Platz 4, Gesamtwertung Platz 5
Süßlich-holzige Noten, Säure noch nicht richtig eingebunden. Dazu Vanille und Schokolade. Da kommt noch mehr.

CABERNET SAUVIGNON 2003, 16 €, A:13,5; S: 5,1; RZ 1,2; Meine Wertung 89-90 Punkte, Platz 1, Gesamtwertung Platz 1
Unruhige Nase. Bisschen säuregeprägt. Ansonsten harmonisch und sehr komplex.

CABERNET SAUVIGNON 2000, 16 €, A:13,5; S: 5,4; RZ 2,0; Meine Wertung 87 Punkte, Platz 5, Gesamtwertung Platz 5 (geteilt)
Dem Vorgänger nicht unähnlich, aber von kühlerem Charakter. Mittlere Länge.

MÖRBISCH ROT 2002, 18 €, A:13,5; S: 5,3; RZ 1,3; Blaufränkisch (80%), CabS, Zweigelt, Meine Wertung 89+ Punkte, Platz 3, Gesamtwertung Platz 3
Eine sehr schöne Frucht, harmonisch und weich - für "höhere Weihen" etwas zu brav

ALTE RIEDEN 1992, 18 €, Blaufränkisch (66%), CabS (33%), A:12,8; S: 6,3; RZ 1,9; Meine Wertung 85 Punkte, Platz 6, Gesamtwertung Platz 4
Brotig-schweißige Nase. Heidelbeere. Die Tannine machen stumpfe Zähne, dazu eine ordentliche Säure.

BLAUFRÄNKISCH 1994, 8 €, A:12,7; S: 5,2; RZ 2,5; Meine Wertung 89/90 Punkte, Platz 2, Gesamtwertung Platz 2
Rauchige Noten, gut eingebundene Tannine, wenig Frucht. Bemerkenswert macht ihn seine Zartheit, die noch nichts von Todesnähe hat. Ein leiser Wein, gefällt mir sehr gut.

Zwischenbilanz: Die Roten gefallen mir deutlich besser, sie sind homogener in Machart und Qualität. Allerdings fehlt auch die (durch die Punkte so nicht dokumentierbare) herausragende Einzelleistung, wie sie bei den Weißen der Mörbisch geboten hatte.

Die Süßen
Süsse Auslese 2006, 5,20 €, Weissburgunder (55%), Traminer (45%), A:11,5; S: 6,1; RZ 82,9; Meine Wertung 84/85 Punkte, Platz 2, Gesamtwertung Platz 3
In der Nase fast wie ein Sauvignon Blanc. Schlank und frisch, ihm fehlt aber Säure, um die Süße zu dämpfen und für etwas Spannung zu sorgen

Pinot-Chardonnay Ausbruch 1995, 12 €, 50/50 Weissburgunder, Chardonnay, A:14,5; S: 8,9; RZ 135, Meine Wertung 86++ Punkte, Platz 3, Gesamtwertung Platz 2
Ich notiere "Kracher-Bouquet", wozu neben süßer Melone auch reichlich Pattex gehört. Lang ist er, aber (ich bin mir bewusst, dass die Punktzahl für einen solchen Wein fast einer Ohrfeige entspricht) gefällt mir das? In diesem Stadium absolut nicht mein Fall - und daher auch trotz höherer Punktzahl im Platzranking für mich hinter dem Vorgänger.

Neuburger Ausbruch 1989, A:10,5; S:11,2; RZ 234, Meine Wertung 92 Punkte, Platz 1, Gesamtwertung Platz 1
Kandierte Früchte, Pflaume. Sehr süß, aber auch sehr tiefgründig. Dunkel sherryfarben. Klingt lange nach.

Fazit: Ich kann mich den Einschätzungen in Sachen PLV und Holzeinsatz nur anschließen. Ein vielfältiges Portfolio, dennoch mit eigener Handschrift. Und offensichtlich auch in punkto Lagerfähigkeit mit sehr gutem Potenzial.

Gruß,
Guido
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