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Seite: von 4

Markus Vahlefeld
Administrator

Deutschland
1400 Beiträge

Erstellt am: 02.11.2006 :  13:34:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Liebes Forum,

da wir ja einige Fachleute hier haben, würde mich von deren Seite mal interessieren, was die Vor- und Nachteile von künstlicher Bewässerung sind.

Ich bin darauf gestossen, weil es einige IMHO recht oberflächliche und dogmatische Pamphlete/Chartas/Manifeste zu natürlichem Wein (verdammt! was soll das sein?) - besser: handwerklichem Wein - gibt, in dem auch die künstliche Bewässerung kritisch gesehen wird.

Wie kritisch ist sie in Wahrheit? Wir sollen vielleicht, um das Theman einzugrenzen, nicht von der "Giesskannenbewässerung" sprechen, sondern ausschliesschlich von der Tröpfchenbewässerung...

Viele Grüsse


Markus Vahlefeld

Michael Pronay
Advanced Member

Österreich
848 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2006 :  15:45:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."

Ceterum censeo corticem esse delendum
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Markus Vahlefeld
Administrator

Deutschland
1400 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2006 :  17:19:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Michael,

schöner Satz - natürlich kryptisch... wie ist er gemeint?

Viele Grüsse


Markus Vahlefeld
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Markus Vahlefeld
Administrator

Deutschland
1400 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2006 :  17:26:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Und da fällt mir noch ein, dass künstliche Bewässerung in Deutschland bis 2003 verboten war, oder? In Frankreich ist sie es noch immer... wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?

Viele Grüsse


Markus Vahlefeld
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weinfex
Senior Member

Deutschland
3171 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2006 :  18:49:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Markus Vahlefeld

Und da fällt mir noch ein, dass künstliche Bewässerung in Deutschland bis 2003 verboten war, oder? In Frankreich ist sie es noch immer... wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?

Viele Grüsse




Hallo Markus,

grundsätzlich verboten in Deutschland kann
sein, ich meine aber es gab auch schon vor 03
Ausnahmen in bestimmten Steillagen, zumindest
lagen in meiner alten Heimat immer solche
Wasserrohre im Weinberg, und das dies
illegal geschah kann ich mir nicht vorstellen...

Grüsse

weinfex
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pivu
Senior Member

Österreich
3280 Beiträge

Erstellt  am: 02.11.2006 :  23:32:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pivu's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Michael Pronay

F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."

Na da gibt's gerade aus der Wachau auch gegenteilige Stimmen. Ich will die dortige künstliche Bewässerung nicht in Frage stellen, nur über deren Frequenz sollte man schon kritisch nachdenken . Zuviel künstliche Verwässerung und ein dadurch bedingtes "Verwöhnen" der Rebstöcke ist sicher alles andere als terroir-fördernd.

In dem Zusammenhang erinnere ich mich an die Äußerung eines steirischen Spitzenwinzers, der meine Frage, warum die dortigen Top-Morillons nicht die Klasse der Top-Burgunder erreichten, damit beantwortete: "Ich glaube, für die absolute Spitze haben wir zu viele Niederschläge."

Ciao
Peter
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Musar
Advanced Member

Deutschland
532 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2006 :  01:27:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Musar's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Markus Vahlefeld

Und da fällt mir noch ein, dass künstliche Bewässerung in Deutschland bis 2003 verboten war, oder? In Frankreich ist sie es noch immer... wie sieht es in anderen europäischen Ländern aus?

Viele Grüsse



Hallo Markus,

spannendes Thema, das auch kaum wirklich beklannt ist .. in Frankreich ist es nicht verboten .. sowohl Sprenkleranlagen als auch Tröpfchenleitungen liegen in jeder Appellation .. alles eine Frage der Philosophie .. 2003 hat man sich in Chateauneuf eher gefühlt als sei Rüben- und Erdbeeranbau üblich, derart viel Wasser flog durch die Lüfte .. reichlich Anlagen mit Tröpfchenbewässerung liegen seit dem auch in den besten Lagen ..

In Deutschland hat es experimentell seit 15 oder 20 Jahren einige Wingerte bei Helmut Dönnhoff gegeben. Dieser hat die wahrscheinlich grösste Dokumentation in Deutschland, die er grundsätzlich jedem Interessierten auch öffnet. Schlussendlich hat Helmut Dönnhoff diese für einen hohen 6 stelligen DM Betrag raus reissen lassen .. Quintessenz des ganzen und Ergebnis eines sehr langen Gesprächs in 2004 ist, dass Helmut Dönnhoff nichts von der Bewässerung hält .. die Mengen regulieren sich immer im Mittel von selbst und die Qualitäten seien besser ohne künstlichen Eingriff .. dies, sehr vereinfacht, so ich Helmut Dönnhoff halbwegs richtig wiedergebe ..

Ich weiss um die Gieskannenbemühungen in Birkweiler, um ähnliches im Mosrstein und anderswo. Wichtig aber sind insbesondere die Ängste der Winzer um den Lohn eines Jahres. Um so mehr scheint mir wichtig, dass sich der ein oder andere mal mit Helmut Dönnhoff ins benehmen setzt und sich seine mehr als 20 jährige Erfahrung mit Tröpfchenbewässerung näher kommen lässt.

Ich habe sicherlich viel gelernt in diesem und anderen Gesprächen. Eine Entscheidung als Winzer jedoch ist darüberhinausgehnd deutlich komplexer.

In diesem Sinne, frag mal Helmut Dönnhoff ;-))

Viele Grüße

Uwe

Uwe Bende
Bochum
www.weinforum-ruhrgebiet.de
bende(at)weinforum-ruhrgebiet.de

https://www.xing.com/net/weinforumruhrgebiet
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Musar
Advanced Member

Deutschland
532 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2006 :  01:32:24 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Musar's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Michael Pronay

F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."



Franz Hirtzberger (ungefähr 2004 bei Weinland Mövenpick in Dortmund zum 25 jährigen Österreichjubiläum): "Spontangärung ist bei uns in Österreich kein Thema."

Uwe Bende
Bochum
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Bearbeitet von: Musar am: 03.11.2006 04:57:28 Uhr
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Musar
Advanced Member

Deutschland
532 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2006 :  05:00:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Musar's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Musar

Zitat:
Original erstellt von: Michael Pronay

F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."



Franz Hirtzberger (ungefähr 2004 (03 oder 02) bei Weinland Mövenpick in Dortmund zum 25 jährigen Österreichjubiläum): "Spontangärung ist bei uns in Österreich kein Thema."




seitdem habe ich übrigens keinen österreichischen Wein mehr gekauft .... (mit einer Ausnahme) ..

Uwe Bende
Bochum
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https://www.xing.com/net/weinforumruhrgebiet

Bearbeitet von: Musar am: 03.11.2006 05:01:38 Uhr
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Grenzhof-Fiedler
Advanced Member

Österreich
580 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2006 :  08:23:24 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Grenzhof-Fiedler's Homepage  Antwort mit Zitat
Schön, wenn man so seine Grundsätze hat. Selbst auf die Gefahr hin, daß einem gar nicht so wenige spannende Weine dadurch entgehen.

Wie armselig ist dagegen die Fraktion, für die das Ergebnis im Glas mehr zählt, als Signal-Schlagworte. Aber wir dürfen uns immerhin damit trösten, daß Reinhard Löwenstein zu unserer Fraktion zählt, siehe Roundup-Interview.

Grüße

Bernhard

In meinem We(in)blog gibt´s noch mehr von mir zu lesen.
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pivu
Senior Member

Österreich
3280 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2006 :  08:29:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pivu's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Uwe,
Zitat:
Original erstellt von: Musar
Zitat:
Original erstellt von: Musar
Zitat:
Original erstellt von: Michael Pronay
F. X. Pichler: "Wir brauchen die Bewässerung auf den Terrassen, um deren Terroir überhaupt erst herauszuarbeiten."

Franz Hirtzberger (ungefähr 2004 (03 oder 02) bei Weinland Mövenpick in Dortmund zum 25 jährigen Österreichjubiläum): "Spontangärung ist bei uns in Österreich kein Thema."
seitdem habe ich übrigens keinen österreichischen Wein mehr gekauft .... (mit einer Ausnahme) ..
Und ich dachte, zumindest Du glaubst nicht alles, was die Winzer so erzählen. (Vielleicht sollte der gute Franz mal was anderes als die Weiene mit den goldenen Etiketten trinken, sogar in Spitz gibt's spontanvergorene Smaragde .) Aber schon lustig, wie die Granden durchaus diskussionswürdige Praktiken von oben herab abcanceln , dazu passt eine Aussage des Dritten im Bunde ("Man muss den Markterfordernissen und Verlangen nach immer mehr Alkohol Rechnung tragen"), mit allen Begleiterscheinungen. (Und das ganze kopier' ich jetzt in einen der Wachau-threads .)

Ciao
Peter
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