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Thema  |
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Novize
Administrator
   
Deutschland
1343 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 14:04:34 Uhr
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Moin,
es ist wieder Preislistensaison in Deutschland. Geht es nur mir so, dass ich die Anschreiben der Winzer mit jedem Jahr abenteuerlicher finde?
Der Grundtenor dieses Jahr: uiuiui, schwieriger Jahrgang. ABER: Wir haben alles richtig gemacht! Unsere Weine sind super aber leider nur ganz wenig, kaufen Sie schnell!!!
Soweit so gut, das ist das klassische Klappern, das zum Handwerk gehört. Aber vielleicht habt Ihr Lust mit mir diesen Thread zu nutzen um die besonders krassen Aussagen aus den Flyern zusammenzutragen. Nennt Ross und Reiter, die Winzer haben es schwarz auf weiss verschickt, dann müssen sie damit auch leben.
Hier mein bisheriges Lieblingsstatement von der Mosel:
Werner Rosch vom Weingut Josef Rosch schreibt, dass 'Riesling in den nördlichen Anbaugebieten' im Steillagenweinbau die Gewinner der Klimaveränderung seien...
Im Rheingau schiesst meiner Meinung nach P.J. Kühn in Sachen Winzerlatein den Vogel ab, dazu später mehr...
bis später Felix |
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weinfex
Senior Member
   
Deutschland
3571 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 14:18:48 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: Novize
Werner Rosch vom Weingut Josef Rosch schreibt, dass 'Riesling in den nördlichen Anbaugebieten' im Steillagenweinbau die Gewinner der Klimaveränderung seien... Felix
Hallo Felix,
nun mag "Gewinner" in diesem Zusammenhang unglücklich gewählt sein, aber "Nutznieser" sind sie "im Moment" auf jeden Fall, wenngleich das wohl auch nicht ewig lange so bleiben wird, stehen wir doch erst ganz am Anfang der Veränderungen...
Grüsse |
weinfex
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Novize
Administrator
   
Deutschland
1343 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 14:39:47 Uhr
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Andreas,
wenn der typische Moselriesling 13% Alkohol hätte, könnte man Deine Aussage unterschreiben. Den 10,5% Alk und trotzdem trocken Moselkabinett ohne unreife Töne kannst Du bei dem Klima vergessen. Da kann sich nur als Nutzniesser bezeichnen, wer schon immer mal mit Pfälzer Wuchtbrummen konkurrieren wollte. cheers Felix |
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Novize
Administrator
   
Deutschland
1343 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 14:57:47 Uhr
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Aber nun zu meinem Liebling.
Wie man hier lesen konnte, gab es aufgrund eines 'natürlichen Zwischenfalls' bei der Vergärung eines Gebindes, welches eigentlich den Wein 'Landgeflecht' ergeben sollte eine Art BSA sur lie Riesling mit sehr intensiver (und kontrovers diskutierter) Aromatik, kurz 'R' benannt. Der verkaufte sich ob der einmaligen Sondersituation wie geschnitten Brot und bot viel Anlass zu Diskussionen (siehe auch die Probenbeschreibungen von Guido und Ole)
Jetzt kam die neue Preisliste der Kühns und siehe da: auch 2006 wird es den 'R' wieder geben. Was für eine Ver**sche. Da weiss der Winzer also nicht nur jetzt schon, dass ihm ein Gebinde in der Gährung stecken bleibt, sondern auch, dass es einen BSA durchläuft und dann spontan (im engeren Sinne) zu ende gärt? Also entweder war die Nummer schon beim letzten mal getürkt oder es wird jetzt mit ein wenig Technik der ursprünglich zufällige Produktionsablauf nachgestellt. Dann könnte man dazu aber wenigstens was sagen. Nur dass PJK als Biodynamiker natürlich schlecht sagen kann: 'Was mir die Natur freundlicherweise letztes Jahr als Zufall beschert hat, hole ich mir dieses Jahr mit ein paar Technotricks nochmal ins Fass'.
Nur am Rande: Ich bin absoluter Fan seiner Weine und das wird sich auch nicht wegen so einer Geschichte ändern. Aber wie würde pvech schreiben: Und wieder ein Mythos gestorben...
Dieses Jahr bisher mein best-of-Winzerlatein award (am Band mit Sternchen) für P.J. Kühn.
cheers Felix |
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weinfex
Senior Member
   
Deutschland
3571 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 14:59:52 Uhr
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Hallo Felix,
wenn Du so argumentierst okay, allerdings gibt es meines Wissens immer noch genügend Weine im "niedrigeren" Alkoholbereich, auch in den letzten Jahrgängen. Es muss also nicht zwangsläufig eine Wuchtbrumme" vinifiziert werden... Da scheint mir dann doch eher eine Stilfrage zu sein. Vieleicht ist nur Deine Textinterpretation nicht richtig, will sagen, Rosch wollte vielleicht damit ausdrücken, dass es so richtig "schlechte" und "unreife" Jahrgänge mit der Klimaveränderung so, wie gesagt "im Moment", nicht mehr gibt...
Grüsse
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weinfex
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Bearbeitet von: weinfex am: 14.05.2007 15:19:36 Uhr |
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Novize
Administrator
   
Deutschland
1343 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 15:14:38 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: weinfex
allerdings gibt es meines Wissens immer noch genügend Weine im "niedrigeren" Alkoholbereich, auch in den letzten Jahrgängen.
Andreas,
darauf können wir es reduzieren. Durchgegoren, trocken unter 11% ohne Techno in den letzten 3 Jahren - das streite ich ab. Da müsstest Du Dein Wissen mal bemühen und Namen nennen. Wobei wir das Thema verlassen bevor wir richtig drin sind, aber ich kann den Thread ja noch umbenennen...
cheers Felix |
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pivu
Senior Member
   
Österreich
3350 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 15:30:35 Uhr
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Hallo Felix,
hihi, genau das Thema Winzerlatein hab' ich in "Speising.Net" vor ca. einem halben Jahr auch schon einmal thematisiert . Sind übrigens spannende bis witzige Kommentare dabei. Und die mitgelieferte Übersetzungshilfe relativiert dann doch das eine oder andere Winzerstatement . Aber gerade ein Jahr wie 2006 in D muss hinterfragt werden.
Ciao Peter |
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weinfex
Senior Member
   
Deutschland
3571 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 16:11:44 Uhr
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Hallo Felix,
ich will Dir hier den Thread nicht "sprengen"
Habe mal ein "paar wenige" rausgesucht: Bernhard-Kieren Spätlese trocken 05 11,5% Kees-Kieren Domprobst Kabinett trocken 05 11,5 Kerpen W. Sonnenuhr Kabinett trocken 04 10,5% Karp.-Schreiber Juffer Kabinett trocken 04 10%
Es ist wirklich alles andere als mein "Fachgebiet", sodass ich nicht weiss, wer mit wieviel "Techno" arbeitet, lasse mich da auch gerne aufklärend belehren. Meine aber, da, wo man inzwischen mit höheren ALkoholwerten "arbeitet", hat dies nicht zwangsläufig mit der Klimaveränderung zu tun, sondern einfach zum einen mit der Nachfrage (nach "breiteren" Weinen), zum anderen mit deutlich niedrigeren Erträgen bzw. Änderung der "Betriebsphilosophie"...
Grüsse |
weinfex
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Novize
Administrator
   
Deutschland
1343 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 16:23:53 Uhr
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Hallo Andreas,
Kabinett mit 10,x lass ich gelten. Die Spätlese mit 11,5 beeindruckt mich nicht so Bleibt die Frage, ob die Weine so früh gelesen wurden, dass Schlankheit auf Kosten von Reife geht. Aber das gehört in den Klima-Thread.
Ich bleibe bei meiner Aussage, dass es schon eine tolle Interpretation ist, den Moselsteillagenriesling zum Gewinner der Klimaerwärmung auszurufen. (Aber auf Platz 1 steht eh PJK)
cheers Felix |
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Wolfgang
Senior Member
   
Deutschland
1147 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 21:31:49 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: Novize
Hallo Andreas,
Kabinett mit 10,x lass ich gelten. Die Spätlese mit 11,5 beeindruckt mich nicht so Bleibt die Frage, ob die Weine so früh gelesen wurden, dass Schlankheit auf Kosten von Reife geht. Aber das gehört in den Klima-Thread.
Ich bleibe bei meiner Aussage, dass es schon eine tolle Interpretation ist, den Moselsteillagenriesling zum Gewinner der Klimaerwärmung auszurufen. (Aber auf Platz 1 steht eh PJK)
cheers Felix
Hallo Felix,
ich finde es ein bisschen hart, gleich von "Ver...chung" zu schreiben, nur weil der Wein zum weiten Mal produiert werden soll. Ich kenne die Hintergründe auch nicht, aber von mir aus... Nichts dagegen, wenn er das als Markenzeichen etablieren will. Und das was ich bisher von Kühns 2006ern verkostet habe, also, das ist schon nicht von schlechten Eltern...
Das mit dem Winzerlatein stimmt natürlich. Welcher Winzer gibt schon zu, dass er einen mittelmäßigen Jahrgang eingefahren hat - bei vielen Erzeugern quer durch Deutschland wird es so sein. Bei einigen auch nicht: An der Nahe, an der Mosel, da und dort im Rheingau oder am Mittelrhein usw. wird es tolle, ja überwältigende Weine geben. (Wenn mich meine bisherigen Verkostungen nicht trügen...)
Die Zehn-Prozent-und-dennoch-trocken-Weine werden wohl auf absehbare Zeit der Vergangenheit angehören - was ich auch bedaure.
Der Schweizer Weinhändler Beat Caduff, Zürcher Riesling-Experte, schreibt übrigens über 2006: "Wow, was für ein genialer Jahrgang" und vergibt reihenweise 20 (!), 21 (!!) und 22 (!!), ja, sogar 22+ ( )Punkte für deutsche Rieslinge (im Zwanzigersystem!).
Herzlich
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Wolfgang Faßbender http://wolfisweinworte.blogg.de
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weinfidél
Advanced Member
  
Deutschland
489 Beiträge |
Erstellt am: 14.05.2007 : 23:53:31 Uhr
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Heieiei!
Zitat: Original erstellt von: Wolfgang Der Schweizer Weinhändler Beat Caduff, Zürcher Riesling-Experte, schreibt übrigens über 2006: "Wow, was für ein genialer Jahrgang" und vergibt reihenweise 20 (!), 21 (!!) und 22 (!!), ja, sogar 22+ ( )Punkte für deutsche Rieslinge (im Zwanzigersystem!).
Mit Verlaub, der ist kein Zürcher, sondern ein desertierter Bündner, der Arosa aus welchen Gründen auch immer verließ..., um sich im für ihn angemessenen Zürcher Stadtkreis (Nr. habe ich vergessen ) niederzulassen. So weit ich mich an meine realen, jugendlichen Flegeljahre zurückerinnern kann, nannte man die "Gegend" Bermudadreick. Da durfte man schon immer irgendwelchen Stuss zum Besten geben, ohne Gefahr, abgemahnt zu werden 
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Rico Etzensperger
"Döt äne am Bergli..." |
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