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Seite: von 20

Dirk Würtz
Advanced Member

Deutschland
302 Beiträge

Erstellt am: 02.07.2009 :  18:07:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Dirk Würtz's Homepage  Antwort mit Zitat
Heute steht folgender Artikel in der Welt http://is.gd/1lAdO
Eine Reihe namhafter Winzer wie Egon Müller, Dönnhof, Heymann-Löwenstein, Knipser, Köhler-Ruprecht, Meyer-Näkel und einige andere werden künftig nicht mehr am GM teilnehmen. Auslöser war der vom Verlag avisierte freiwillige Jahresbeitrag von 195,00 Euro. Sehr spannende Geschichte mit viel Potenzial...
Ich habe auf meinem Blog auch darüber berichtet http://is.gd/1lAnm

Gruss aus Rheinhessen
Dirk Würtz

http://wuertz-wein.de

Schönleiten
Administrator

Österreich
3722 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  18:34:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Schönleiten's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Dirk,

ich glaube nicht, dass Auslöser für die Reaktion der Winzer so sehr die EUR 195 waren, sondern dass die Ankündigung des GM ein willkommener Anlass war, sich aus dem Guide zurückzuziehen, ohne als "Spielverderber" angesehen zu werden. Denn ein berühmter Betrieb kann in einem solchen Guide eigentlich doch nur verlieren. Wenn die Weine völlig unvoreingenommen (z.B. blind) bewertet werden, stehen sie zumindest unter Preis/Genuss-Gesichtspunkten doch meist viel schlechter als die weniger bekannter Betriebe dar. Und wenn hingegen die Starwinzer automatisch "Extrapunkte" bekommen (wie z.B. im Falstaff-Guide), nimmt bald niemand mehr die Bewertungen ernst.

So gesehen war eine solche Entwicklung vielleicht ohnehin früher oder später vorprogrammiert ...

Grüße,
Gerald
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Dirk Würtz
Advanced Member

Deutschland
302 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  18:36:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Dirk Würtz's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Gerald,

ich sehe das ganz genauso. Dieser brief war der Auslöser, oder polemisch gesagt "die Steilvorlage"...

Gruss aus Rheinhessen
Dirk Würtz

http://wuertz-wein.de
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pivu
Senior Member

Österreich
3350 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  18:38:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pivu's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi there,

wie ich's auch anderswo schon mehrfach geäußert hab', warum orientiert sich der Christian-Verlag nicht am österreichischen Namensvetter?

1. Die Aufnahme in den Führer ist for free, die zusätzliche Abbildung eines Etiketts kostet x €. Und geschätzte 95% aller Betriebe haben ein Etikett drinnen.

2. Die Verkosterei wird auf mehrere Experten (ausgewählte Journalisten, Sommeliers etc.) verteilt, die vor allem zum Wein kommen (und nicht anders herum), die Betriebe in der Regel also besuchen und vor Ort verkosten. Dann sind's halt nur mehr maximal 30 Betriebe (und keine 300 oder mehr) und Brieftaschen und Kofferräume der Verkoster werden nicht ganz so voll . Vielleicht liegt's ja daran?

Just my 2cts
Peter

PS: ein anderer, btw derzeit gerade wieder erschienener Weinführer in Ö wird auch zunehmend gemieden, weil Fassproben (!) zur Unzeit verlangt werden, die erst Wochen oder Monate (!) später verkostet werden.
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Schönleiten
Administrator

Österreich
3722 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  19:01:59 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Schönleiten's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

Zitat:
Die Verkosterei wird auf mehrere Experten (ausgewählte Journalisten, Sommeliers etc.) verteilt, die vor allem zum Wein kommen (und nicht anders herum), die Betriebe in der Regel also besuchen und vor Ort verkosten.


das halte ich persönlich auch nicht so ideal, denn beim Verkosten vor Ort ist es doch recht schwierig, alles andere als die Weinqualität auszublenden. Zumindest mir schmecken Weine häufig besser, wenn ich beim Probieren eine angeregte Unterhaltung mit dem Winzer führen kann als wenn ich mürrisch empfangen werde. Ob ein Profi das hundertprozentig ausblenden kann ?

Aus meiner Sicht wäre die einzig seriöse Variante die wie bei Restauranttests - anonymer Einkauf und keine finanziellen Verstrickungen mit Winzern (z.B. Anzeigen im Guide). Mir ist aber natürlich klar, dass diese Variante sich finanziell nicht rechnen wird und daher nicht realisierbar ist ...

Grüße,
Gerald
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Einzelflaschenfreund
Advanced Member

Deutschland
285 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  19:03:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

interessant fand ich ja diese Passage aus dem "Welt"-Artikel, mit Bezug auf den offenen Brief: "Die Winzer erwarten ferner, "dass in Zukunft von einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird.""

Dass sie keinen finanziellen Beitrag leisten wollen - ok. Dass sie keine Weine mehr zur Verkostung einschicken - ok. Aber diesen Versuch eines Maulkorbs finde ich, nun ja, mindestens mal ungeschickt und/oder naiv, wenn nicht dreist. Z. B. in diesem Forum fragt wohl auch keiner Herrn Egon Müller IV., ob man denn eine Verkostungsnotiz publizieren dürfe.
Mal davon abgesehen, dass der GM bislang meines Wissens nur eingeschickte Weine verkostet hat, der Wunsch der Weingüter somit ohnehin erfüllt würde.

Weingütern wie Egon Müller oder Josef Leitz sind (mittlerweile) Weinführer aller Art völlig schnurz, glaube ich. In den USA interessiert der GM ohnehin niemanden und für Normalsterbliche öffnen sie ihre Tore auch nicht, also ist auch der Besuchs- und Reiseführeraspekt irrelevant.

Summa summarum glaube ich auch, dass hier ein Aufhänger gesucht und gefunden wurde, der nebenbei vielleicht noch ein bisschen Beifall einbringt.

Gruß,
Guido
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pivu
Senior Member

Österreich
3350 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  20:20:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pivu's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Gerald,
Zitat:
Original erstellt von: Schönleiten
Zitat:
Die Verkosterei wird auf mehrere Experten (ausgewählte Journalisten, Sommeliers etc.) verteilt, die vor allem zum Wein kommen (und nicht anders herum), die Betriebe in der Regel also besuchen und vor Ort verkosten.
das halte ich persönlich auch nicht so ideal, denn beim Verkosten vor Ort ist es doch recht schwierig, alles andere als die Weinqualität auszublenden. Zumindest mir schmecken Weine häufig besser, wenn ich beim Probieren eine angeregte Unterhaltung mit dem Winzer führen kann als wenn ich mürrisch empfangen werde. Ob ein Profi das hundertprozentig ausblenden kann ?
man hat in jedem Fall die direkte Möglichkeiten, Dinge zu hinterfragen, warum der Wein z.B. heuer so schmeckt und nicht wie das Jahr zuvor etc. Und genau das erwarte ich von einem "Profi", dass er die Chance nutzt, mit Unterstützung des Winzers die Weine entsprechend einzuordnen. Weinmachende Dampfplauderer sollten dabei genauso entlarvt werden wie "special treatment". I.ü. wird ja die Mehrzahl der Weine unter Beisein des Winzers verkostet, von daher sollte es keinerlei Startvorteile geben.

Diese intensivere Beschäftigung mit einem Wein geht natürlich nur bei einer maximalen Anzahl von Betrieben. Mit entsprechend weniger Möglichkeiten, für seinen Lebensunterhalt oder die wundersame Aufstockung des eigenen Weinkellers zu sorgen .

Ciao
Peter
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innauen
Senior Member

Deutschland
1559 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  21:30:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

der Boykott gilt (vorerst?) noch GM. Was ist mit Eichelmann und Wein-Plus? Wird da auch noch nach einem Anlass gesucht?

Als Konsument und Teilzeitjournalist (nicht in Sachen Wein) finde ich das Verhalten problematisch. Die Gebühr zu boykottieren ist ok. Warum soll man seine sehr guten und sehr teuren Weine auch noch mit Geld anpreisen müssen. Für Eure die Anlass-Theorie stimmt aber, dass hier eine f r e i w i l l i g e Gebühr bestreikt wird. Vielleicht gibt es ja sinistre Hintergründe, die mir nicht bekannt sind. Aber dass Qualitätsjournalismus teuer ist und der GM Mittel und Wege sucht, neben dem Verkauf auch weiteren Umsatz zu machen, ist doch legitim.

Es mag gekränkte Eitelkeit bei vielen dahinterstehen (nicht nur ich halte zB die Weine von Künstler im GM für unterbewertet), aber sich komplett der Kritik zu entziehen, ist mehr als schlechter Stil. Was für einige (Egon Müller, Dönnhof, Heymann-Löwenstein) als Marketinginstrument zum Herausstreichen von Eigenständigkeit und Eigenwilligkeit gut funktioniert, kann einigen der weniger international verhafteten Erzeuger auch auf die Füße fallen (warum ausgerechnet Knipser als Winzer des Jahres?). Verbraucher orientieren sich nun mal an Punkten und die waren für die meisten der Unterzeichner nicht mal so schlecht.

Die Kritik zu untersagen dürfte ganz nebenei gesagt juristisch schwierig wenn nicht unmöglich sein. Welcher Regisseur kann es einem Kritiker schon verbieten einen auf dem Markt befindlichen Film nicht zu kritisieren? Das ist Pressefreiheit. Basta!

Grüße,

wolf


"Wer weiß, wie Gesetze und Würste gemacht werden, kann nachts nicht mehr ruhig schlafen."
Otto von Bismarck
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pivu
Senior Member

Österreich
3350 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  22:29:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pivu's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: innauen

der Boykott gilt (vorerst?) noch GM. Was ist mit Eichelmann und Wein-Plus?
Bei wein-plus fehlen schon längst viele Top-Güter, die haben halt nicht die "Prominenz" vom hiesigen GM. (Auch dort bezahlt man pro eingereichten Wein eine Verkostungsgebühr.) Eigentlich schade, weil deren Ansatz seht gut und transparent ist.

Wie schon mehrfach festgestellt, die 195,- sind nur der Aufhänger, da steckt mehr dahinter.

Ciao
Peter
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Der76er
Advanced Member

Deutschland
323 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  22:58:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
... und die Liste der "Aussteiger" wird langsam länger...

http://snipurl.com/lnqpx

VG
Guido

Nur ein paar Verkostungen ...
www.nur-ein-paar-verkostungen.de
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Weinreporter
Administrator

Deutschland
7008 Beiträge

Erstellt  am: 02.07.2009 :  23:05:19 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Weinreporter's Homepage  Antwort mit Zitat
In diesem Streit geht es in keinen Augen nicht um die 195 Euro, sondern um das Begleichen alter, teilweise persönlicher Rechnungen. Wie das letztlich ausgehen wird, wird man sehen.

Die Behauptung der Gault Millau verlange künftig eine Teilnahmegebühr ist schlicht falsch. Der freiwillig zu entrichtende Betrag wird für Sonderleistungen erhoben. Endlich hat mal ein Verlag klar gemacht, dass man nicht ohne weiteres und ohne Endgeld Nutzungsrechte in Anspruch nehmen darf, in dem man Bewertungen, Logo etc. in Preislisten, auf Webseiten ungefragt für das eigene Marketing benutzt.
Gruss Mario Scheuermann
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