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Weinreporter
Administrator
    
Deutschland
7008 Beiträge |
Erstellt am: 19.11.2003 : 16:01:23 Uhr
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Man mag mit einzelnen Urteilen hadern, die Bewertungen zu hoch oder zu niedrig finden, diesen oder jenen Erzeuger vermissen, einige der erwähnten für überflüssig halten – das alles ändert nichts daran, dass dieser Guide von Jahr zu Jahr ein lesenswertes Kompendium ist, auf dessen Erscheinen Freund und Feind hinfiebert. Der Gault Millau ist keine „Bibel“ (Rhein-Zeitung), keine „nationales Institution“ (Süddeutsche Zeitung), aber er ist im Gegensatz zu den meisten Mitbewerben ernst zunehmen und deshalb kann man auch über ihn zanken.
Fangen wir mit dem Erfreulichen an. Die Redaktion konnte sich tatsächlich dazu durchringen einige Urteile zu revidieren. So erhielten beispielsweise die beiden Saarweingüter Herrenberg und von Othegraven die längst verdiente dritte Traube für „sehr gute Erzeuger“. Und Maximin Grünhaus wurde – ebenfalls längst überfällig – auf drei abgestuft, obwohl das Gut eigentlich schon mit ein oder zwei Trauben gut bedient wäre. Auch die Neuaufnahme von Kopp und Trautwein in Baden war längst überfällig, ebenso die zweite Traube für Sybille Kuntz an der Mosel. Dagegen kann ich die Abstufung von Albert Kallfelz auf eine Traube angesichts der gelungenen Kollektion 2002 beim besten Willen nicht nachvollziehen. Hier und an anderen Stellen zeigt sich das Manko der aus produktionstechnischen Gründen erzwungenen (zu)frühen Verkostungen.
Dass Winfried Frey in der Pfalz jetzt endlich wenigstens die zweite Traube erhielt und zu den Aufsteigern zählt, ist ebenso erfreulich wie peinlich. Vater Frey produziert seit drei Jahrzehnten und sein Sohn Jürgen seit bald einer Dekade mit einer Konsequenz und Qualitätskonstanz, die kaum ein anderes Gut in Deutschland aufzuweisen hat, grosse und grösste Süssweine.
Wen ich vermisse? Vor allem Ziereisen und Isaak aus Baden, Geller-Steffen an der Mosel - mit Nonkonformisten tut sich die Redaktion nach wie vor schwer. Und Dirk Würtz mit 18 flapsigen Zeilen im „Nachspann“ von Rheinhessen abzufrühstücken ist unangebracht und in der Form hochnäsig; denn da stehen auf den 62 davor liegenden Seiten, die sich mit Rheinhessen beschäftigen jede Menge Namen, die es weit weniger wert sind, erwähnt zu werden. Da wird der 2001er Spätburgunder als gerbstoffbetont und kantig abgekanzelt. Na und? Gerade weil er so ist, wird er viele der davor gelobten Softies überleben.
Sei es drum! Nach dem GM ist vor dem GM. Warten wir also in Ruhe ab, was die Redaktion und im nächsten Jahr zu bieten hat.
Gault Millau WeinGuide Deutschland 2004 Autoren: Armin Diel/ Joel Payne 11. Jahrgang, 784 Seiten Christian Verlag, München, ISBN 3-88472-613-7 Preis: € 28 (D), CHF 47,10 (CH)

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Elflein
Advanced Member
  
Deutschland
880 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 05:47:48 Uhr
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Dirks 2001er Spätburgunder "gerbstoffbetont und kantig"? Wer um Himmels Willen hat die Weine verkostet? Derjenige sollte erst einmal den 2002er probieren. :-> Über soviel Inkompetenz kann ich nur noch den Kopf schütteln. |
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Weinreporter
Administrator
    
Deutschland
7008 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 07:55:59 Uhr
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Moin Herr Elflein, regional verantwortlich für Rheinhessen war nach den mir vorliegenden Informationen für die Ausgabe 2004 des GM der Kollege Rudolf Knoll. Ich weiss aber aus einem persönlichen Gespräch, dass zumindest auch Armin Diel selbst zumindest die Würtz´schen Rieslinge verkostet hat. Gruss Mario Scheuermann |
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Weinnase
Junior Member

Deutschland
4 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 08:55:57 Uhr
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Nach all den vielen Diskussen und so "bösen" Medienstreitigkeiten nebst Anfeindungen und Verdächtigungen gegen Payne/Diel um die sog. "FÜHRERSCHAFT" in Fragen um und zum GUTEN IM WEIN / den GM-WEINFÜHRER frage nicht nur ich mich , wieviel der teuren WeinFÜHRER verkraften und brauchen wir eigentlich letztendlich ?
Gruß Weinnase - semper idem - |
WEINNASE ; on the road again ! |
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AS Maurer
Senior Member
   
Deutschland
1145 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 10:47:11 Uhr
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Jetzt ist er also da der neue GM-Weinführer ......
Der Name war damals sicher geschickt gewählt, assoziiert er doch eine Verwandschafft zum Gastronomieführer und kann so auf dessen Bekanntheit zurückgreifen. Auch dies war sicher ein Grund warum sich dieser Führer wohl nun doch in Deutschland als Haupt-Wein-Führer durchgesetzt hat!
Es bleiben aber immer noch die alten Probleme, wenn ein Winzer und VDP-Vorsitzender einen Weinführer herausgibt, da können Verdächtigungen einfach nicht ausbleiben! Aber auch die Führer in anderen Ländern haben ja ähnliche Probleme ohne diese "Verquickung"! Siehe Gambero Rosso!
Das Problem bei solchen Führern ist halt immer, wenn sie als sog. "Bibel" verstanden werden und nicht als Einschätzung einer ja immer subjektiven Gruppe, die sich vielleicht etwas intensiver mit Wein beschäftigt!
Was mir am GM aber immer wieder sehr mißfällt ist, daß er kaum Winzer enthält, die man ohne ihn nicht finden würde! Ich empfinde seine Wege etwas zu ausgelatscht! Was aber dann vielleicht doch an den anderen zwei bis drei Jobs liegt, die die Herren Autoren eben auch begleiten, da fehlt es vielleicht einfach auch an Zeit?!?
Was auch problematisch ist und bleibt die Benotung des gesammten Weinguts. Da ist der Weg des Gambero Rosso oder des Guide Hachette vielleicht der bessere, sich auf die verkosteten Weine zu konzentrieren! Soll man da die letzten Jahre auch werten? Langt ein echter Spitzenwein zu einer guten Note oder muß die ganze Kollektion stimmen? Und darf die Sympathie zum Winzer da auch eine Rolle spielen? Da habe ich einfach so meine Probleme! Ich weiß nicht ob man da das Schema der Restaurantführer auf Weingüter übertragen kann? Aber die heutige Zeit schreit wohl nach Rangfolgen und Ranglisten, erleichtern sie doch dem, der sich mit einem Thema nicht oder kaum beschäftigt die Orientierung! Simmulieren in meinen Augen aber eine "Wahrheit" die es bei Fragen des Geschmack so nicht gibt!
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mit vinophilem Gruß
Armin Maurer www.gutsweine.com |
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AS Maurer
Senior Member
   
Deutschland
1145 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 10:51:27 Uhr
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@ Weinnase
diese Frage stellt sich zum Glück in einer Marktwirtschaft nicht. Es gibt soviele Weinführer wie es für die Verlage lukrativ ist! Ich bin auch froh, daß ich nicht in dem Kommitee sitze das die Entscheidung treffen muß welcher Führer veröffentlicht wird und welcher nicht!
Die Vorwürfe der Befangenheit und der Unwissenheit auch hier im Forum an meine Adresse wären sicher ähnlich stark oder eher noch höher als die an Diel/Payne ;-)!
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mit vinophilem Gruß
Armin Maurer www.gutsweine.com |
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Elflein
Advanced Member
  
Deutschland
880 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 11:27:02 Uhr
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Hallo Herr Scheuermann,
lassen Sie mich raten: Armin "Fructosegott" Diel konnte mit den Würtz-Rieslingen wahrscheinlich nichts anfangen. Das mag sein persönlicher Geschmack sein, nicht mehr. Von einem Kritiker, der einen professionellen Anspruch habe, erwarte ich eine seriöse Verkostung und keine Aussage darüber, ob ihm etwas schmeckt oder nicht.
Woher der 2001er(!) Spätburgunder auf einmal die Tannine her haben soll, ist mir ein Rätsel. Für mich ist das eher ein "Charmbolzen". Da sollen die Herren Diel & Knoll erst einmal den 2002er probieren. (Den ich übrigens auch für sehr gut halte.) Die Grimassen, die sie bei der Verkostung schneiden, würde ich gerne auf Video aufnehmen.
Viele Grüße Werner |
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pivu
Senior Member
   
Österreich
3350 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 13:18:08 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: avatar (Im 'Werner-Näkel-thread')
Ich finde es etwas befremdlich, wie hier scheinbar der eigene Geschmack (oder der Mehrheitsgeschmack der Forumsteilnehmer (Riesling mit Mineralität und Langstreckenqualitäten) als alleiniger Maßstab angelegt ist.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich finde es gut, dass hier über einzelne Weinbewertungen diskutiert wird. So erhält man ein besseres Bild von einem Wein(gut) als durch jede Verkostungsnotiz eines einzelnen Verkosters.
Aber Ausdrücke wie "skandalös" oder die Abqualifikation von anderen Geschmäckern als dem eigenen als "kindlich" halte ich für fragwürdig.
Hallo Alexander,
Danke für Deinen Kommentar, dem kann ich mich nur anschliessen. Ich halt' mich schon längst aus jeder Punktediskussion heraus. Wenn mir das Buch nicht passt, brauch' ich es ja nicht zu kaufen. Aber der GM ist noch immer besser als die meisten anderen (Eichelmann & Co), und zwar erheblich besser, und die Mehrheit der Weinfreunde sieht es wohl genauso.
Der immer wieder erwähnte weinplus-Weinführer liegt auch immer mal wieder daneben, und die 84 Punkte für den 'saartyr' sind weniger abwegig als 98 Punkte für den 'Morstein' - so what? Und seid doch froh, dass der eine oder andere unserer favourites zurückhaltend bewertet wird, umso freundlicher werden die Preise auch nächstes Jahr sein .
I.ü. warte ich noch immer auf den Riesling-Führer von Werner Elflein, wohl keinen Verleger gefunden .
Ciao Peter |
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pivu
Senior Member
   
Österreich
3350 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 14:16:53 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: Elflein
[...] Woher der 2001er(!) Spätburgunder auf einmal die Tannine her haben soll, ist mir ein Rätsel. Für mich ist das eher ein "Charmbolzen". Da sollen die Herren Diel & Knoll erst einmal den 2002er probieren. (Den ich übrigens auch für sehr gut halte.) Die Grimassen, die sie bei der Verkostung schneiden, würde ich gerne auf Video aufnehmen.
Hallo Werner,
also so ganz abwegig find' ich diese Einordnung nicht: den SB von Dirk Würtz (um den geht's) habe ich auch als sehr kräftig, 'männlich' mit erdig-kirschigen Noten in Erinnerung. Definitiv tanninilastig.
BTW sieht auch Euer aller Lieblingskritiker den Wein ähnlich, ich zitiere aus dem wein-plus-Führer: "Sehr dichte, leicht holzwürzige Nase von Waldbeeren und eingemachten Kirschen mit Wachholdernoten. Fest gewirkte, saftige Frucht, tief und kraftvoll, hochreifes, noch sehr präsentes Tannin, im Hintergrund etwas Holz, sehr nachhaltig am Gaumen, hat Biss, ausgesprochen traditioneller Stil, komplexe Würze im Hintergrund, stoffig, beeindruckende Länge. Darf reifen."
Ob Sam wohl auch das Gesicht verzieht beim Nachverkosten? Vielleicht solltest Du ihn selbst mal nachverkosten .
Ciao Peter |
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Weinreporter
Administrator
    
Deutschland
7008 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 16:03:42 Uhr
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Na dann will ich meine Notoiz aus degustation.de (http://www.degustation.de) über den 2001er Spätburgunder von Dirk Würtz auch noch beisteuern: Mitteltiefes Granatrot. Anfangs sehr verschlossen, dann einer immer stärker aufblühende Würze in der Nase, auch etwas erdiges rotes Röst-Gemüse und Honigkirsche. Ein sehr verschlossener, strenger, aber dabei konzentrierter Wein mit guter Tanninstruktur, der einem die Beurteilung nicht leicht macht. Neigt einerseits eher zur Eleganz als zur Opulenz, zeigt aber mit viel Luft ein recht komplexes Bukett. (89 Punkte)
Es ist halt einfach so: genau das, was GM moniert, gefällt offenbar mir und einigen anderen sehr gut. Es ist die Frage, ob man auf Zukunft verkostet ode auf momentane Gefälligkeit. Sicher ist dieser Wein Normal-Trinkern schwer zu vermitteln und für die ist der GM ja gemacht und nicht für Spezialisten. Schlieslich brauchen die Auflage! Also das, was Sam Hofschuster nicht geschafft hat. Gruss Mario Scheuermann
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pivu
Senior Member
   
Österreich
3350 Beiträge |
Erstellt am: 21.11.2003 : 17:58:04 Uhr
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was hätte dann erst Werners Führer erst für eine Auflage, wenn dieser Wein als 'Charmebolzen' gesehen wird .
I.ü. halte ich die indirekte Schlussfolgerung "für den engagierten (weil GM interessiert) Durchschnittsweintrinker attraktive und nachvollziehbare Bewertungen würden eine hohe Auflage sichern" (bzw. im Umkehrschluss "authentische und ehrliche ratings interessieren nur eine interessierte Minderheit") aus der Journalistenfeder für fragwürdig. Achtung, auch GM beschäftigt Juristen .
Ciao Peter |
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